120
Brandes und Ebeling (Brandes's Archiv XXV. S. 25g.) nochbei I24,cmofacher Verdünnung, nach einiger Zeit noch bemerklich wird.Daher kann auch die Hahnemannsche Weinprobe benutzt werden, diraber den Nachtheil bat, daß sie die Flüssigkeit bedeutend verdünnt.
vr. Christison (Schm. N. I. Xlll. S. Z47-) erklärt diese Probeund die nachfolgende Reduction für untrüglich, und daher auch für alleinHinreichend, um über die Gegenwart des Arseniks entscheiden zu können.Bei einer Vergiftung mit Arseniksäure reagirt das Schwefelwasserstoff-gas nur schwierig und unvollständig. Man übersättigt dann die Flüssigkeitmit wafferstoffschwefligem Schwefelarnmonium, erwärmt sie dann eineStunde lang gelind und fällt sie darauf mit Salzsäure; der Niederschlagkann aber auch,nur Schwefel seyn. War aber auch Arseniksäure vorhan-den, so ist dieser Niederschlag das als vierte Schwefelungsstufe beschrie-bene Schwefelarsen. Es ist also immer nothwendig, daß der durch Scdwe-felwasserstoffgas erhaltene Niederschlag weiter geprüft, und das Arsendaraus metallisch dacgethan werde, welche Nothwendigkeit noch mehr durchFolgendes begründet wird. Wird die Flüssigkeit gelb, ohne daß sich beimAbdampfen Schwefelarsen abscheidet, so kann dies nicht als Beweis fürdie Gegenwart von Arsenik betrachtet werden. Diese Färbung trifft fastimmer ein, wenn die Flüssigkeit Salpetersäure enthält, welche, zu salpe-triger Säure reducirt, die aufgelösten thierischen Stoffe gelb färbt. Istetwa Chlor oder chlorhaltige Chlorwafferstoffsäure in der Flüssigkeit vorhan-den, so zersetzt das Chlor das Schwefelwafferstvffgas, bildet Cblorwasserstoff-säure, und der gelbe Niederschlag ist bloß Schwefel. Cadmiumsalze werdenmit ganz gleicher Farbe gefällt, der Niederschlag unterscheidet sich abervom Schwefelarsen durch größere Schwere, und daher schnelleres Nieder-sinken, so daß der Niederschlag schon nach einigen Minuten ausgeschiedenist. Chemisch unterscheiden sich beide Niederschlage dadurch, daß Schwe-felarsen in Aetzammoniak anflöslich, Schwefelcadmium aber darin unauf-löslich ist. Aus der mit Aetzammoniak übersetzten Flüssigkeit wird also Cad-mium niedergeschlagen, Arsenik aber nicht. Brechwelnstein wird mit oran-gengelber Farbe niedergeschlagen, und wenn auch die Farbe des Schwefelan-timons sehr verschieden ist von der des Schwefelarsens, so wird doch bei gleich-zeitiger Anwesenheit beider das letztere nicht deutlich erkannt werden können.
2) Schwefelsaures Kupferoryd-Ammoniak. Eine Auf-lösung des Luprum 5iilpl>urico - Linmoniatum, schlägt den Arsenik ingelblichgrünen, fast apfelgrünen Flocken (arsenigsaures Kupferoryd, Schee-lesches Grün) nieder, und bewirkt noch bei ioo,oonfacher Verdünnungeine schwache grünliche Färbung. Doch wende man dieses Reagens nurin geringer Menge an, damit nicht die lasurblaue Farbe desselben dieErkennung der grünlichen Färbung hindere.
Ueberschüssiges Ammoniak hindert die Niederschlagung; Brechweinsteinerzeugt einen weißen Niederschlag; Fleischbrühe hebt die Einwirkung durch-aus auf; Theeaufguß ändert die blaue Farbe sogleich in eine dunkelbraune