12Ü
flamme des Löthrohrs erhitzte Arsenik, auch wenn er im Kalkniederschlageau Kalkerde gebunden ist, zu Arsen reducirt wird, welches den eigenthüm-lichen knoblauchartigeu Geruch verbreitet, und durch die dabei wiedererzeugtearsenige Säure einen weißen Rauch erscheinen läßt. Da aber die arsenigeSäure für sich flüchtig ist, so würde sie leicht vor der Reduction verflüch-tigt werden, der knoblauchartige Geruch mithin nicht zum Vorschein kom-men ; man muß also den Arsenik zuerst mit etwas kohlensaurem Natronmengen, und dann mit dem Löthrvhr darauf blasen. Eine andere leichtanzustellende Probe besteht darin, daß man etwas Arsenik, oder arsenig-sauren Kalk mit etwas Kohle gemischt zwischen zwei kleine polirte Kupfer-platten bringt, diese mit Eisendraht zusammenbindet, und mit Kohlenpulvernmgeben einer schwachen Rvthglühehitze aussetzt. War Arsenik in dem Nie-derschlage enthalten, so findet man bei beiden Platten an der Berühruugs-stelle einen weißen Flecken (Weißkupser), welcher nicht so, wie ein vonQuecksilbersalz erzeugter ähnlicher weißer Fleck, anhaltendem Scheuern odereiner starken Hitze weicht. ^ Gran Arsenik kann noch sehr deutlich da-durch erkannt werden.
Die Hauptprobe aber, die nie fehlen darf, ist die Reduction, welchebei größern Quantitäten auf die bei Darstellung des Arsens angegebeneWeise vorgenommen werden kann; bei kleineren Mengen befolgt man dasvonBer zelins (Die Anwendung des Lvthrohrs. LteAufl. 18L8. S. 76.)angegebene sichere Verfahren. Ein Stück Barometerröhre zieht man, nachVerhältniß der Menge der Probe, in eine mehr oder weniger feine Röhre,elwa von dem Durchmesser einer dicken Stricknadel, aus, und schmelzt ei-
l> r - ---
nige Zoll weit von der AuSziehungsstelle zu. In das zugeschmelzte Ende-.bringt man ein Korn der arsenigen Saure, und löst von der Löthrohr-kohle einen feinen Splitter, der in die Röhre bis nahe an den Boden hin-eingeschoben wird. Man erhitzt über einer Weingeistlampe die Stelle derschräg gehaltenen Röhre, wo die Kohle liegt, bis dieselbe glüht, undführt dann auch das Ende der Röhre, wo die arsenige Säure liegt, indie Flamme, wobei die Säure gasförmig bei der glühenden Kohle vorbei-kommt , reducirt wird, und vorne in der kalten Rohre coudensirtes metalli-sches Arsen giebt. Berzelius hält es für besser, sich eines zusammen-hängenden langen Splitters von Kohle zu bedienen, als Kohlenpulver zugebrauchen, weil dieses sich immer in der Röhre aufschiebt. Wenn dieMenge des reducirten Arsens gering ist, so wird die Röhre etwas von derStelle entfernt, wo die Flamme gewirkt hat, nur schwarz. Man führtnun vorsichtig die Röhre nahe der schwarzen Stelle in die Flamme, undtreibt das Sublimirte zu einem schmalen Ringe zusammen, der dann me-tallisch glänzend wird. Man schneidet hierauf die Röhre an beiden Seitenvvm Ringe ab, faßt dieses Stück mit einer Zange, und erhitzt es in der