127
Flamme der Lampe, während man die Nase in einiger Entfernung darüberhält. Man erkennt dann das Arsen am Gerüche, und vermeidet dadurcheine Verwechselung mit Quecksilber und Cadmium. (DenArsengeruch erklärtBerzelius für ein so empfindliches Reagens, daß, wenn mauz. B. einkleines Stückchen Papier nimmt, das auf gewöhnliche Art mit Smaltegebläut worden ist, es verbrennen läßt, nachher die kehlige Masse sammelt,und heftig mit Reductionsfener darauf bläst, man den Geruch von der ge-ringen Menge Arsenik erkennt, der sich in der Smalte findet, wenn dieProbe unter die Nase geführt wird. Uunörhigerweise muß man sich abernicht den Dampfen von Arsen, besonders in größerer Menge, aussetzen, dasie immer schädlich sind; jedoch erwähnt Berzelius, daß er manchmalim Zimmer bei Rüstung arsenikhaltiger Stoffe eine Luft voll von Arsenge-ruche gehabt habe, ohne eine Wirkung zu spüren, und mit Verwunderunghabe er in der Nähe von Freiberg die Luft um die Silberhütten ganz starknach Arsen riechend gefunden, ohne daß schädliche Wirkungen davon bei denArbeitern verspürt werden, welche beinahe alle Tage dieser Atmosphäreausgesetzt sind). Nur wenige Proben sönnen bei so kleinen Quantitäten soentscheidend seyn, wie die angegebenen. Jedes Körnchen arsenigerSäure, dessen Umfang nur so groß zu seyn braucht, um von der Stel-le, wo es liegt, auf den Boden der Rohre gebracht werden zu können,ist hinreichend, um ein Resultat zu geben. Je kleiner das Körnchenvon Arsenik ist, desto feiner muß auch die Röhre ausgezogen seyn.
Ist kein Arsenik in Substanz vorhanden, wohl aber arsenigsaurer oder' arseniksanrer Kalk, so erhitzt man diesen gelind zur Verflüchtigung allerFeuchtigkeit, vermischt ihn mit etwas frisch geglühtem Kvhlenpulver, undbringt die Mischung in eine an dem einen Ende ausgezogene und mit einerkleinen Kugel versehene Glasröhre, so baß sie in « zu liegen kommt. Die
Rohre wird zuerst gelind zur Verjagung aller Feuchtigkeit, welche dasGemenge eingesogen haben könnte, von oben nach unten zu erhitzt, undhierauf wird der Boden in die Weingeistflamme gebracht, welche man durchdas Lötbrohr verstärkt. Die Säuren des Arsens werden reducirt, und dasMetall sammelt sich an den kalten Wänden der schräg gehaltenen Röhre indem schmalen Stücke k>, wo es über eine so geringe Fläche vertheilt ist,daß auch die geringste Menge erkannt werden kann.
Hat man es mit Schwcfelarsen zu thun, das man in Substanz vor-gefunden oder auch durch Niederschlagung mit Schwefelwafferstvffgas er-halten haben mag, so giebt es zur Darstellung des metallischen Arsens ausdemselben mehrere Methoden, von Berzelius empfohlen. Man verwan-delt das im Schwefelarsen enthaltene Metall dadurch in Arseuiksäure, daßman das Schwefelarsen nach und nach in kleinen Portionen auf Salpeter wirst.