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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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145
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^urantiuin

^uranüum. Die Schalen der Früchte. Pomeran-zenschalen.

Die Schale der reifen Frucht, von aromatischer Bitterkeit

und angenehmem Gerüche.

Wir erhalten die Pomeranzenschalen in ziemlich harten, nicht sehrdicken, länglichen, spitzig eirunden Stücken, aus einer außen dunkelgel-ben oder bräunlichen, mit vielen Löchern durchstochenen Rinde, undeinem innern weißen, mehr oder weniger dicken, etwas schwammigenMarke bestehend. Nur die äußere Rinde hat einen angenehmen gewürz-hasten Geruch und einen aromatischen, erwärmenden, kräftig bittern Ge-schmack. Vom Marke befreit geben sie das Gelbe der Pomeranzenschalen(kll»veüo corticum ^urantiorum).

Eine andere im Handel vorkommende Sorte sind die Curaffavscha->»n (6ort. Lur->s-Lo), welche weit dünner sind, weniger Mark enthal-ten, brauner von Farbe, großer, und von einer kräftigern aromatischen ,Bitterkeit sind. Sie sollen aus der amerikanischen Insel Curaffao kom-men, und von unreifen Früchten gesammelt werden; die häufig darun-ter vorkommenden grünen Schalen sprechen dafür.

Die Pomeranzenschalen verdanken ihre Wirksamkeit theils einemätherischen Oele, theils dem vorzüglich kräftigen Ertractivstoffe, der inWasser und Alkohol von 80 Procent fast gleich auflöslich ist.

Der wäßrige Aufguß ist gelb, die Abkochung rothgelb, von einem an-genehmen bittern Pomeranzengeschmacke. Die orpdircen Eisenauflösungenverändern die Farbe in das Dunkelbraune, wie bei den Blättern; Leimauf-lösung bringt keine Trübung hervor. Galläpfeltinctur bringt nur eineschwache Trübung, salzsaures Zinn nur einen geringen lockern Nieoerschlaghervor; die Bleiauflösungen erzeugen einen reichlichem Niederschlag, so wieauch das orydirte salpetersaure Quecksilber. Brechweinsteinauflösung ver-ändert die Abkochung nicht; Säuren hellen die Farbe auf, Langensalze ma-chen sie dunkler. Eine Unze des von der weißen Substanz so viel als möglichbefreiten Pomeranzengelben liefert etwas über 5 Quentchen eines dunkel-braunen, sehr kräftig bitter und pomeranzenartig schmeckenden Ertracts.

Der geistige Auszug verhält sich beinahe wie der wäßrige, das gei-stige Ertract ist etwas Heller von Farbe als das wäßrige, steigt von ei-ner Unze bis auf 8 Scrupel, und hat einen aromatischen, sehr kräftigbittern, angenehmen Pomeranzengeschmack.

Jum pharmaceutischen Gebrauche muß nur das Pomeranzengelbe ge-nommen werden. Das davon bereitete Pulver giebt einen sehr kräftigenaromatischen Ansatz zu andern Pulvern; es muß in verkorkten Gläsern auf-bewahrt werden. Beim Aufgüsse vermeidet man das Verflüchtigen der äthe-rischen Theile; sollen sie zu einem Decocte zugesetzt werden, so muß dies nurgegen das Ende geschehen. Kräftiger ist ein weiniger oder geistiger Auszug.

Dulk's vreuß. Pharmak. I. 10