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Diese im südlichen Europa, in Italien, der Schweiz, England, über-haupt in den wärmeren und gemäßigten Himmelsstrichen gewöhnliche Pflanzewächst häufig in gebirgigen, hohen Waldungen, in schattigen Gräben undan Hecken, wird auch bei uns in Gärten gezogen; sie liebt besondersKalkboden.
Aus der ausdauernden, schief absteigenden, fast walzenförmigen- etwasknotigen, ästigen, stark befaserten, schmutzig gelbbräunlichen, inwendigweißen Wurzel erhebt sich ein aufrechter, z —5 Fuß hoher, stielrunder,schwach geriefter, weichhaarig - drüsiger, unten einfacher Stengel, mit zwei-theiligen Aesten. Die abwechselnd stehenden Blatter sind gestielt, groß, ei-rund, an beiden Enden zugespitzt, ganzrandig, ziemlich glatt, die Adernder Unterseite und Blattstiele drüsig - weichhaarig. An den Aesten stehendie Blätter zu zwei, nicht gegenüberstehend, von denen das eine kleiner ist.Blumen einzeln oder zu zweien, gestielt, in den Blattwinkeln überhän-gend. Kelch einblättrig, tief s spaltig, stehenbleibend; die Lappen eiför-mig, stark zugespitzt; Corolle zolllang, schmutzig grüngelb mit braunenAdern, nach oben zu schmutzig purpurvivlett, glockenförmig, mit kurzem,stumpf- fünflappigem, zurückgebogenem Saume. Frucht eine kugelige, glän-zend schwarze, auf dem ausgebreiteten Kelch auffitzende, 2 fächrige, vielsaa-mige Beere, innen mit röthlichem Safte, an 2 mittelständigen Mutterku-chen, rund herum zahlreiche nierenförmige bräunliche Saamen tragend.
Diese Pflanze blüht im Juni, Juli und August, und bringt im Sep-tember und Oktober reife Saamen.
Die offi'cinelleu Blätter an der Wurzel sind 8— m Zoll lang und halbso breit, die am Stengel sind verhältnismäßig kleiner, von betäubendemunangenehmen Gerüche und ein wenigscharfzusammenziehendtm Geschmacke.Sie werden jährlich frisch vor der Blüthe eingesammelt.
Man verwechselt sie mit den Blattern des gemeinen Nachtschattens (8a-I-mum Mgruin), welche aber nicht so groß, langgestielt, nicht spitzig, son-dern stumpf, und am Rande etwas gezähnt sind.
Bauquelin (Trommsd.J. XIX. 2. S.119.) suchte nacheinemähn-lichen scharfen Princip, wie er es in dem Tabak gefunden hatte (siehe kfi-cvtians), ohne jedoch hier ein ähnliches finden zu können. Der ausgepreßte,filtrirle und dadurch vom grünen Satzmehie befreite Saft der Blätter hateine sehr dunkelbraune Farbe, und einen bittern ekelhaften Geschmack. DurchHitze und durch wäßrigen Galläpfelanszug wird er stark zum Gerinnen ge-bracht, wegen seines Gehaltes an Eüveißstoff. Der bis zur Ertractdickeconcentrirte Saft wurde Mit Alkohol behandelt. Der nach dem Abraucbmdes Alkohols zurückbleibende Ertractivstoff war nicht ganz rein, sondernhatte noch ziemlich viel essigsaures Kali, vielleicht auch essigs. Ammoniak,etwas salzs. Kali und Salpeter, der sich nicht ganz entfernen läßt, undeine freie Säure beigemischt, die sich als Essigsäure zeigts. Dieser Ertrac-tivstoff, so viel als möglich gereinigt, ist bitter und ekelhaft von Geschmacke;er wird aus seiner Auflösung in Alkohol durch geistigen Galläpfolauszug