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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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237
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löslich war, Lackmustinctur röthete, von Leimauflösung reichlich nieder-geschlagen, von Eisenauflösungen in eine dicke Tinte verwandelt wurde,und sich wie Gerdestoff verhielt, der jedoch vom Gerbestoffe der Gallapfeletwas verschieden ist.

Aus dem Kreidenelkenrückstande von der Destillation wurde nun durchAlkohol ein gelbes Harz abgeschieden, das bröcklich war, in der Wärmeleicht zu einem zähen braunen Harze zusammenfloß, über glühenden Kohlenerhitzt einen angenehmen Geruch verbreitete, und eine voluminöse Kohlehinterließ, mit Alkohol eine gelbe säst geschmacklose Tinetur gab, und sichin Aclher, Terxenthinöl und fetten Oelen in der Hitze leicht auflöste.

Der Rückstand von der Behandlung mit Alkohol war hellgrau, theiltedem Aether, der ätzenden Kalilauge nichts (?) mit, verbrannte mit Glim-men und war der holzige Theil der Gewürznelken.

1000 Th. Gewürznelken sind nach dieser Analyse zusammengesetzt aus:ätherischem Oele 180; schwerauflöslichem Crtractivstoffe mit etwas Gerbe-stoffe verbunden 40; Gerbestoffe eigner Art izo; Gummi oder Pflanzen-schleime 130; eigenthümlichem Harze 60; Pflanzenfaser 280; Feuchtigkeit 180.

Der scharfe Geschmack und das Aromatische der Gewürznelken ist ein-zig und allein von dem ätherischen Oele, nicht aber vom Harze herzuleiten.Indessen hat die geistige Tinetur einen sehr brennenden Geschmack, undTr 0 mmsd 0 rff meint, daß das Oel vielleicht durch den Gerbestoff mehrfirirt werde, und daß der Eindruck, den das Adstringens zugleich auf dieZunge macht, den Geschmack des Oels erhöhe.

Baget undLodibert (Trommsd. N. I. Xl. j. S. tk> 8 ) fandenbei den nwlukkischen Gewürznelken einen krystallinischen Anflug aufder Ober-fläche des Kelches und den Blumenblättern, welcher durch Abspühlen mitAlkohol getrennt wurde. B o na stre (ebendas. S. ttZ.) bemerkt, daß diebvurbonischen Gewürznelken viel weniger von diesem Stoffe, und die ausCajenne gar nichts davon enthalten, was demnach von der Verschiedenheitdes Bodens und des Klimas abhängig ist. Diese Substanz ist weiß, glän-zend, seidenartig, und, vom Oele befreit, geruch- und geschmacklos. Inder Wärme schmilzt sie, verdampft und scheint sublimirbar zu seyn; sielöst sich bloß in kochendem Alkohol und Aether, nicht in ätzenden Alkalien,auf. Sie wird auch erhalten, wenn man gröblich zerstoßene Gewürznelkeneine Zeit lang mit Alkohol kocht, und diesen heiß abfiltrirt; beim Erkaltenschießen kleine, kugelförmig gruppirte, weiße, glänzende Krystalle an. Manhat diese Substanz als eine eigenthümliche betrachtet, und C ar yop hyllingenannt, es ist indessen wahrscheinlich nur das Stearopten des Nelkenöls(siehe 2N uchl. 01 . OAf^o^h^IIoruin ).

Lodibert erhielt aus denselben Nelken, welche das Caryvphyllin ent-halten, ein fettes, scharfes, aromatisches, grünes Oel. Nach Bona stret-vrommsd. N. I. XI!. 1. S. 1SZ.) enthalten die Gewürznelken: Caryo-Phyllin; ätherisches Oel; eine Säure, wahrscheinlich Gallussäure, weil siemit einer Art Tannin verbunden ist, und die Eisensalze blau färbt.