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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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236
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500 Pstind Gewürznelken erhalten/ lind da jene ein Alter von Ll>, in«bis 150 Jahren erreichen, so giebt es Bäume, die iioo Pfund tragen.

Eine häufige Verfälschung der Gewürznelken geschieht durch Beimi-schung solcher, von denen das ätherische Oel abdestillirt ist, wie schonBoerhaave bemerkt hat. Am äußern Ansehen kann man sie kaum unter-scheiden, und wenn sie lauge zwischen andern guten Gewürznelken gelegenhaben, so ziehen sie aus diesen selbst wieder ätherisches Oel an. Indessenlassen sie sich durch das mangelnde ätherische Oel beim Drucke mit den Fin-gern oder--beim Stoßen erkennen. Grobe Betrügereien durch nachgekünstelteKreidenelken sind zu leicht zu entdecken, als daß sie noch vorkommen sollten.

Trommsdorff (I. XXIkk. 2. S. 25.) erhielt aus i«oo GranKreidenelken durch ein erstes Abziehen von 52 Unzen Wasser 100 GranOel, das vollkommen weiß war. DaS abgesonderte Wasser wurde noch-mals über den Rückstand abdestillirt, wodurch noch 60 Gran Oel erhal-ten wurden. Dieses Oel war ungefärbt wie Wasser, wurde aber der Wausgesetzt bald gelblich, wie man es auch gewöhnlich erhält, besaß denGeruch der Gewürznelken, und einen hitzigen, angenehmen Geschmack,der aber bei weitem nicht so scharf war, wie der des Oels, welches, voudunkler Farbe, sonst durch den Handel aus Holland bezogen wurde.

Das von der Destillation rückständige Decoct roch angenehm, aberdurchaus nicht mehr neikenartig, und war gelbbraun. Nach völligemErschöpfen durch neunmal wiederholtes Auskochen betrug der getrockneteRückstand;6o Theile. Er war hellbraun, fest zusammengebacken, ohneGeruch und ohne Geschmack. Die Decocte, welche ganz durchsichtig undhell waren, wurden nun bei sehr gelinder Wärme bis auf 8 Unzenabgedampft. Nach dem Erkalten setzte sich ein brauner Bodensatz ab, derabgespühlt und getrocknet 4g Gran wog, glänzend schwarz aussah, einenbitterlich gewürzhaften Geschmack wie Nelkenrinde, keinen Geruch hatte,sich nicht in Alkohol und Aether, aber in wäßrigem Weingeiste undWasser vermittelst der Wärme vollkommen auflöste, Lackmusxapier etwasröthete, die Eisenauflösungen schwärzlich färbte, mit der Leimauflösungnur eine sehr geringe Trübung gab, und sich wie ein Ertractivstoff mitetwas Gerbestoff verbunden verhielt. Die Flüssigkeit, aus der jener Stoffsich abgeschieden hatte, wurde zur Sprnpsdicke abgeraucht, wobei sieklar blieb, uud aus der durch Zusatz von Alkohol eine klümprige Masseabgesondert, diese auf einem Filtro gesammelt und noch mit Alkoholausgewaschen wurde. Dieser Stoff wog nach dem Trocknen iZO Gran,stellte zerrieben ein blaßgrünes Pulver dar, hatte einen schwach zusam-menziehenden, aber auch schleimigen, nicht bitterlichen Geschmack, undzeigte sich als eine Verbindung von Gummi mit etwas Gerbestoff.

Was der Alkohol aufgenommen hatte, war eine glänzende dunkelbrauneMasse, izo Gran au Gewicht, von zusammenziehendem, bitterlichem, et-was gewürzhaftem und säuerlichem Geschmacke, die im Alkohol selbst beimSieden nicht, in heißem Wasser und wäßrigem Weingeiste aber leicht auf-