Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
240
JPEG-Download
 

2^0

6a8esri1la

Wir erhalten die Cascarillrinde in z 4 Zoll langen, s z Zoll star-ken zusammengerollten Stücken, die fest, schwer, äußerlich weiDch asch-grau, mit einer runzligen Oberhaut überzogen, mit Querstrichen bezeichnet,und hin und wieder mit Flechten besetzt, inwendig bräunlich-rostfarben sind.Das Pulver bar eine bräunlich-graue Farbe.

Trommsdorff (I. IH. 2 . S. i i Z.) erhielt aus einem Pfund Rinde 'bei der Destillation mit schon über andere Cascarillrinde abgezogenem Was-ser 68 Gran, also etwa eines grünlichen Oels von o,938 spec. Gen>.bei ro ° R., von dem stärksten Gerüche der Rinde. Von Salpetersäurewird es in ein hellgelbes angenehm riechendes Harz verwandelt. Weingeistüber Cascarillrinde abgezogen, nimmt es nicht mir sich hinüber.

Der kalt bereitete wäßrige Auszug der Rinde ist bräunlichgelb, vondem angenehmen Gerüche der Rinde und ihrem Geschmacke. SchwefelsaureEisenauflösung macht die Farbe dunkler, und ist der Aufguß sehr verdünnt,so wird die Farbe dadurch braunroth; Kalkwasser und Brechweinsteinansto-sung erzeugen keinen Niederschlag. Die Abkochung hat eine dunkel braun-rothe Farbe, und den Geruch und Geschmack der Rinde. Um alle ertracti-ven Theile auszuziehen, sind mehrere Abkochungen erfoderlich. Von 8 Un-zen Rinde erhielt Trommsdorff durch 7 Abkochungen s Unzen Z Quent-chen zerceiblich trocknes Ertract von dunkel rothbrauner Farbe und von an-genehmem, gewürzhaft bitterm, aber nicht zusammenziehendem Geschmacke.Dieses Ertract durch Alkohol ausgezogen, gab eine dunkelrothe Tinctur voneinem balsamischen, aber wenig bitterm Geschmacke; zugesetztes Wasser machte ;sie sogleich milchig. Nachdem der Weingeist abgezogen war, blieben 6 Quent-chen eines dunkel rvthbraunen Harzes zurück von balsamischem, wenig bit-term, nicht zusammenziehendem Geschmacke, das auf Kohlen einen angeneh-men Geruch verbreitete. Die wäßrige Auflösung, in welcher dieses Harzschwamm, hat den durch Alkohol mit ausgezogenen geringen Antheil vonErtractivstoff zurückbehalten.

Der Rückstand des wäßrigen Ertracts nach der Ausziehung durch Al-kohol war trocken zerveiblich, von einem ziemlich bittern, aber nicht stM-mischen Geschmacke. Seine Auflösung in Wasser röthete die Lackmustincturnicht, und wurde durch Eiscnauflösungen und Galläpfeltinctur nicht verän-dert. Salpetersäure verwandelte es durch Abziehen darüber in reine Klee-säure. Bei der trocknen Destillation gab es kein Ammoniak, und war eineVerbindung von Schleim und bitterm Ertractivstoffe.

Aus der nach den Abkochungen rückständigen Rinde wurde durchBehandeln mit Alkohol und Abziehen desselben ein sehr brüchiges, inkaltem Alkohol etwas schwer lösliches Harz von gewürzhastem, kaumbitterlichem Geschmacke erhalten.

Die so erschöpfte Rinde wurde einer trocknen Destillation unter-worfen, welche die gewöhnlichen Producte gab, und deren Kohls eineweiße Asche lieferte, die aus kohlens. Kali, Kalk und Talk, schwefelstKali und ziemlich viel Braunsteinoryd bestand.