Lastoreum
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schützen. An den Vorderfüßen sind die Zehen kurz, stei und mir star-ken Nageln versehen; an den Hinterfüßen sind sie zwar diesen ähnlich,aber viel länger und durch eine Schwimmhaut verbunden. Der Schwanzist platt, eiförmig und schuppig wie bei einem Fische. Dieser Schwan;dient dem Thiere znm Steuerruder beim Schwimmen, und zur Kelle,um die Erde zu kneten, welche es zum Bau seiner Wohnung braucht.Die Oeffnung für den Mastdarm, die Zeuqungstheile und die Drüsen,welche das Bibergeil absondern, ist gemeinschaftlich.
Die Riberiagd geschieht gewöhnlich im Winter, wo sie den dickstenund schönsten Pelz haben. Wenn sie die Ankunft der Jäger hören, soflüchten sie sich unter das Wasser. Weil sie aber Luft schöpfen müssen,so sind sie gezwungen, an den Stellen über das Wasser zu kommen, woman geflissentlich Löcher in das Eis gehauen hat, und liier werden siealsdann gefangen. Ihr Fell wird zu Pelzen, und hauptsächlich zn Ver.fertigung von Hüten sehr geschätzt. Das Bibergeil befindet sich sowohlbei dem männlichen als weiblichen Biber in zwei besondern, am Baucheauf beiden Seiten zwischen dem Aster und den Gefchlechtstheilen sitzen-den Beuteln, deren jeder noch mit einem untern, kleinern, das Biber-geilfett s^xungis 6 ,itorei) enthaltenden Nebenbeutel versehen ist. Beidem lebenden Biber ist das Bibergeil weich, schmierig und doch nichtflüssig, von der Consistenz einer Salbe, klebt an den Fingern an, hakaber nichts eigentlich Fettiges an sich, im Handel erscheint es abertrocken. Die Beutel hängen noch, gleich einem Querfacke, zusammen,und der eine ist beständig größer als der andere.
Man unterscheidet im Handel zwei Sorten des Bibergeils:
1) Das sibirische oder moskowitische ( 6 artor«um stkiricumr. inorcowi'ticum), mit welchem auch das preußische, polnischeund deutscheübereinkommt. (Büchner erhielt Bibergeil von Bibern, die in Baiern,und Stoltze von Bibern, die an der Elbe gefangen waren, welches dembesten russischen Bibergeil nicht nachstand). Wir erhalten es in einigermaßenkegelförmigen, an dem einen Ende ftumpfrundlichen, gewöhnlich etwas platt-gedrückten, 3 — 3; Zoll langen, in ihrer größten Breite 1 — 1) Zoll brei-ten und höchstens § Zoll dicken, getrockneten, dunkelbraunen, etwas höcke-rigen, 3, 4 bis 5 Unzen schweren Beuteln, die auswendig mit einer dicken,starken, festen, glatten, häutigen Substanz, die sich leicht in verschiedeneBlätter zertheilen läßt, umgeben sind. Wird ein solcher Beutel durchge-schnitten, so besteht derselbe im Innern aus einem dichten, von in Windun-gen sich schlängelnden, ziemlich dicken Blättchen zusammengesetzten Zellge-webe, in welchem die eigentliche Substanz des Bibergeils eingeschlossen unddamit verwachsen ist. Diese Masse füllet den Beutel zwar aus, doch st, daßin der Mitte gewöhnlich eine Höhlung sich befindet, durch welche der innereZusammenhang der Masse aufgehoben ist. Diese Höhlung wird als ein siche-res Kennzeichen der Aechtheit angegeben, sie scheint jedoch nur zufällig zuseyn, und davon abzuhängen, baß, wenn has noch sehr weiche ViberM