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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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252
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2Ür

Ostttorsnin

reum zu erkennen, welches sich Überbein durch die bedeutend auffallendeForm der Beutel, und durch die Beschaffenheit der innern mit Häut-chen durchwehten Masse, welche bröcklich und glanzlos, bei dem canadi-schen dagegen oft mehr harzartig und glänzend ist, unterscheidet. Dasvon Kohli tTaschenb. > 824 . S. isr. und Brandes's Archiv ll. S. tlZ.)angegebene Unterscheidungszeichen, daß der in dem geistigen Ausnigedurch Wasser erzeugte Niederschlag beim kanadischen Bibergeil mehr Zu-sammenhang und ein gelblicheres Ansetzn habe, und daß zugesetztes Am-moniak diesen Niederschlag noch vermehre, wogegen der Niederschlag vonrussischem Bibergeil weiß bleibe und in einem Uebersckusse von Ammoniaksich vollkommen wieder auflöse, bewährt sich nicht als brauchbar, denn eskommt hier nicht allein auf die Beschaffenheit des Bibergeils, sondern auchauf die quantitativen Verhältnisse zwischen Tinctur, Wasser und Ammoniaksehr vieles an. Auch der Unterschied in der Farbe der Tinkturen rührtvon den früher angeführten Ursachen, aber auch von der Methode des Trock-nens her. Auch die von Voget fDrandes's Archiv XXl. S- 241.) ange-gebene Vrükungsmethode möchte nicht als zuverlässig anzusehen seyn.

Das Bibergeil hält sich ziemlich unverändert an der Lust, ohne zuzerfallen, oder Feuchtigkeit anzuziehen, nur verriecht es immer mehr.Wirb es einer allmälkg zunehmenden Wärme ausgesetzt, so kommt esnicht, wie ein Harz, in Fluß, es bläht sich auch nicht auf, wie einGummi, sondern es verbreitet anfangs stärker den Bibergeilgeruch, undspäter einen dicken Rauch, welcher einen stechenden empyreumatischs»Geruch hat, der mit dem Rauche thierischer häutiger Theile übereinkommt;eS erweicht sich dabei, zuletzt bleibt eine halbglänzende, feste, schwarzeKohle zurück. Mit Wasser zusammengerieben vermischt es sich einiger-maßen mit demselben, indem es ihm seinen Geruch und Farbe mittheilt,in der Ruhe fällt aber der größte Theil der Substanz zu Boden. Auchin Weingeist löst es sich nicht vollständig auf. Mit Mineralsäure»braust es auf, löst sich aber auch darin nicht auf.

Thiemann (a. a. O.) erhielt durch Destillation mit Wasser ein ge-wlirzhaftes nach Bibergeil riechendes Wasser, wogegen der über Bibergeilabgezogene Weingeist einen unangenehmen, nichts weniger als nach Bi-bergeil riechenden Geist lieferte, welcher keine Spur von ätherisch-öli-gen Theilen zeigte. Wasser zog iv Proc. Leim (aus dem Zellgewebe)mit einer Spur von freiem Laugensalze, der Weingeist 25 Proc. har-zigen Stoff und etwas Leim aus.

Vollständiger ist die Analyse von Bohn (Trommsd. 2 . XVll. r.S. 168 .),

1) Der eigentlich wirksame Bestandtheil des Bibergeils, namentlich desrussischen, ist ein ätherisches Oel. Durch bloßes Verdunsten an der Lustverliert das Bibergeil neben seinem Gerüche beinahe ^ seines Gewichtes,ein Verlust, der jedoch nicht bloß dem ersteren zuzuschreiben ist. Durcheine erste Destillation von 1000 Gran Wasser über 100 Gran des beste»