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in auch Nees v. Esenbeck (Brandes's Archiv XXV. S. 66.) einstimmt,und es zeigt auch die Eigenschaften, freilich in geringerm Grade, als die frü-her häufig, jetzt selten vorkommenden Sorten Catechn. Man unterschiedvorzüglich Catechn von Bombay und Catechu von Bengalen. Das ersterebestand in Kuchen von 5 — 4 Unzen Schwere, auf der Oberfläche viele demHanfsaamen ähnliche Saamen (untergestreut, um beim Trocknen das An-kleben zu verhüten), die Masse von braunrother Farbe, durch und durchgleichförmig; sie läßt sich leicht zerbeißen, zerfließt ganz im Munde underzeugt darin einen eigenthümlichen, zusammenziehenden, nicht bittern Ge-schmack, der hintennach angenehm süß wird. Das Catechu von Bengalenkommt in runden ganz plattgedrückten Kuchen von 2 — Z Unzen Schwere,wie die erstere Sorte mit Saamen bestreut. Es ist härter, weniger zer-reiblich, äußerlich von Chocoladenfarbe, auf dem Bruche glänzend, chocola-denfarbene und braunrothe Adern zeigend; der Geschmack ist zusammenzie-hend bitter, und zeigt kaum den angenehmen Nachgeschmack. Beide Sortenstimmen in ihrem chemischen Verhalten überein: je reiner nämlich das Ca-techu ist, desto mehr verhält es sich als reiner Gerbestoff.
Das Wasser zieht aus dem Catechu eine Tinctur von schön dunkelro-ther Farbe aus. Die stärksten Catechuaufgüffe wirken auf die Säuren undreinen Alkalien auf ähnliche Art, wie der Gallävfelauszug, mit der concen-trirten Schwefel - und Salzsäure geben sie Niederschlüge von blaßfahler Farbe,durch die concentrirte rauchende Salpetersäure verlieren sie ihreEigenschaft,die Leim - und Eisenauflösungen zu fällen. Kalk-, Baryt- und Strontian-wasser bilden reichliche hellbraune Niederschlage, die überstehende Flüssigkeitbehalt nur eine blaffe rothe Farbe, und hat die Eigenschaft, die Gallertezu fällen, verloren. Kohlensaures Kali, Natron und Ammoniak trübenden Catechuaußguß nur sehr wenig, ertheilen ihm eine dunklere Farbe, undberauben ihn der Eigenschaft, auf die Gallerte zu wirken, welche er aberdurch zugesetzte Säure wieder erhält. Mehrere Neutralsalze, namentlichsalzsaurer Baryt und salzsaures Ammoniak, fällen den Catechuaufguß eben,sv wie den Galläpfelaufguß. Der Catechuaufguß bildet mit denselben Me-tallsalzauflösungen, welche den Galläpfelaufguß reichlich niederschlagen, gleich-falls reichliche Niederschlage von hellrother oder braunrorher Farbe, mit denKupferauflösnngen von dunkelbrauner Farbe. Die Auflösung des orydirten.schwefelsauren Eisens verändert die Farbe des Catechuaufgusses in ein sehrschönes Dunkelgrün; es sondert sich bald ein schmutzig schwarzer Niederschlugab; durch salzsaures und salpetersaures Eisen wird die Farbe mehr oliven-, grün, ins Braune sich ziehend. Mit keiner der Eisenauflösungen konntePfaff eine blaue oder violette Farbennuance hervorbringen, wodurch sichalso das Catechu wesentlich von den Galläpfeln unterscheidet. Sowohl Ei-weißlvsung als Gallertlösung wird durch Catechu niedergeschlagen, doch istder Niederschlag nicht so reichlich wie durch Gallapfel. Dieser Niederschlagbesteht nach Da v y aus 41 Th. Gerbestoff und 59 Th. Leim.
In einer großen Menge Wasser ist das Catechu fast gänzlich auflöslich,
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