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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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6stecliu

Grunde verwachsen- Der eirund-länglicheFruchtknoten entwickelt sich zueiner zusammengedrückten, quergestreiften, gerandeten, 2 klappigen, 5-1Zoll langen Hülse, die 5gründliche, zusammengedrückte Saamenenthält.

Aus den unreifen Früchten und dem innersten Kerne des Holzesdieser und anderer Acacienarten wird ein Ertract bereitet, welches dasim Handel vorkommende Catechu ist. Diel Catechu soll aber auch ausden Früchten der Catechupalme (Lrec» Latecli» Hn.) (Ll. XXl. Orll.g.IVIvnoecis Hexsnäris. ?slmse.) bereitet werden, und dieses ist wohldas zuerst bekannt gewordene. Diese schöne Palme, deren aufrechter,einfacher, gerader Stamm eine Höhe von so-5n Fuß erreicht, derenBlätter sehr groß, an 15 Fuß lang und gefiedert sind, ist in Ostindien,besonders aus den Küsten von Corvmandel und Malabar zu Hause, undwird in jenen Gegenden der Früchte wegen sehr hoch geschätzt, die ingroßer Menge in ganz Ostindien zur Bereitung des Betels angewendetwerden. Von dieser Palme soll das Catechu von Bombay, vonL-tecllu dagegen das Catechu von Bengalen herstammen.

Nach einer von Nees v. Esenbeck d. I. (Buchn. Nepert. XXIl.1825. S.185.) mitgetheilten Beschreibung der englischen Naturforscher H u n-' ter und Wallich ist es wahrscheinlich, daß das Catechu vondtsucle-6sinl>!r bereitet werde. Diese Pflanze ist ein kletternder Strauch mit run-den Besten ; die Rinde rauh und braun, Blätter eiförmig, glatt, punktirt,Blüthenstand kopfförmig, aus sehr zahlreichen Blüthen zusammengesetzt.Aus den Blättern dieses Strauchs wird das sogenannte Vutta OsmKir (dermalayische Name der Derr-s ssponics) nach 2 Methoden bereitet. Die er-stere ist das Auskochen der Blatter. Wenn das Decoct zur Consilien; einessehr dünnen Syrups eingedickt ist, wird es vom Feuer genommen und zurAbkühlung hingestellt. Es gesteht zu einer festen Masse, und wird dannin kleine viereckige Stücke geschnitten, die unter ofterm Umdrehen an derSonne getrocknet werden. Das nach dieser Methode bereitete Gambir istvon einer braunen Farbe. Von denselben Theilen der malayischen Küsteund von Sumatra wird aber auch ein beinahe ganz weißes in kleinenrunden Kuchen gebracht. Nach Or. Campbell wird dieses aus denklein geschnittenen Blättern und jungen Zweigen bereitet, welche maneinige Stunden mit Wasser übergießt, bis sich ein Bodensatz ausscheidet,der durch die Svnnenwärme eingedickt und zu runden Kuchen geformt wird.

Die erstere Sorte ist diejenige, welche wir jetzt beinahe ausschließlichals Derr-c jgpomcs in Europa erhalten. Dieses Gambir schmeckt an-fangs stark bitter und adstringirend, hinterläßt aber nachher einen süßli-chen Geschmack, der lange bleibt. Die Hanptorte, wo es bereitet wird,sind Malakka, Siam und Shio. Die Methode des Kochens wird amhäufigsten angewendet, so daß die Mehrzahl der Arbeiter von der Eri-stenz einer andern Sorte gar nichts weiß.

Diesen Nachrichten zufolge ist wohl das in kleinen viereckigen Stückenvorkommende Catechu nicht durchweg für aus Thon gemacht zu halten, wor-