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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Oautsoluioli

Holz in die Rinden gemachten Einschnitten ausfließende milchweiße Saft,welcher von den Eingebornen lagenweise auf irdene Formen aufgestrichenwird. Nicht eher wird eine frische Lag? aufgestrichen, als bis die vorigean der Lust oder über Feuer trocken geworden ist. Wenn sie glauben, daßdas Ganze dick genug sey, so wird die Form zerbrochen, und diese stück-weise durch die Oeffnung, welche an dem Gefäße von Federharz gelassenworden ist, heransgeschüttet. Das Federhar; kommt daher gewöhnlich inGestalt kleiner Flaschen vor, zuweilen geben ihm die Indianer die Gestalteines Vogels oder andern Thieres, oder auch von Früchten. Vor einigerZeit erhielt man es in großen festen tafelförmigen Massen.

So wie das Kautschuck im Handel vorkommt, ist es eine bräun-liche, in dünnen Stücken halbdurchsichtige, sehr biegsame, lederartigeund äußerst elastische Substanz von o,93ZZ spec. Gewicht. Bei ungefährton ° R. schmilzt es, und einmal geschmolzen verträgt es, ohne Zer-setzung, eine noch weit stärkere Hitze. Nach dem Erkalten ist es schmie-rig, klebrig und halbflüssig, wie venetianischer Terpenthin, in welchemZustande es sich Jahrelang erhält. Bei stärkerer Hitze bläht es sich be-deutend auf, raucht und brennt mit einer weißen hellen Flamme, unterVerbreitung eines dicken riechenden Rauches (in Cajenne brennt maues statt der Talglichter). Bei der trocknen Destillation giebt es Am-moniak aus. Es ist in kaltem Wasser unauflöslich, in heißem wird esbloß weich. Auch in Alkohol löst es sich nicht auf. Die ätzenden Al-kalien greifen es nicht an; es wird weich und quillt auf wie in reinemWasser. Die Schwefelsäure verwandelt es bei zweimonatlicher gelinderDigestion unter Entwickelung von schwefligsaurem Gase, ohne künstlichenGerbestoff zu erzeugen, oberflächlich in Kohle. Salpetersäure färbt esgelb, entwickelt Stickgas, kohlensaures Gas und Blausäuredampf, undläßt Kleesänre und einen fettigen Körper zurück. Von Gasen, alsChlorgas, schwefligsaurem Gas, salzsaurem Gas, Ammoniakgas, Flu-orkieselqas u. a., wird es nicht angegriffen.

Weingeisthaltender Aether löst nur äußerst wenig auf, weingeistfreiergleicher (durch mehrmaliges Waschen mit Wasser erhalten) aber löst das Fe-derharz, wenn es durch Kochen mit Wasser ganz erweicht ist, in großerMenge auf, mit Aurücklassung des Rußes. Die farblose Auflösung wirddurch Weingeist gefällt; beim Verdampfe» an der Luft läßt sie unveränder-tes Federbarz fallen. Von Schwefelkohlenstoff wird es nicht aufgelöst, aberetwasdavon durchdrungen. In kaltem gereinigtem Steinöle schwillt es zum30fackeu auf; beim Erhitzen löst sich ein Theil auf, während der andere,der sich ebenfalls als Federharz verhält, sich in dem Oele unauflöslich zeigt.Unter den ätherischen Oelen löst das Kamillen»! am meisten auf, näcbst-dem Bernstein-, Wachs-, Kümmel-, Angelika-, Myrrhen-, Rosmarin-, Ter-penthin- und Muskatöl. Die Auflösung ist um so schmieriger, je mehr sieFederharz enthält, welches durch Weingeist unverändert gefällt wird, unddurch Austrocknen an der Luft seine vorigen Eigenschaften wieder erhält.