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Durch diese Behandlung mit Laugensalzen werden aber die Eigenschaftendes Wallraths wesentlich verändert; er verliert seine Krystallisirbarkeit.Wird die Seife durch Weinsteinsäure zersetzt, so werden Essigsäure, einfade und schleimig schmeckender Svrux, und eine fettige gelbliche Masseerhalten, welche aus Talgsänre, Oelsäure und einem nicht sauren modi-ficirten -Wallrathfette besteht. Dieses modisicirte Wallrathfett nenntChevreul Ethal, von den beiden ersten Snlben der Worte Aether undAlkohol gebildet. Mit Ammoniak bildet der Wallrath in der Wärme eineEmulsion, welche weder durch Erkalten noch durch Wasser zersetzt wird,bei dem Zusätze einer Säure fällt aber der Wallrath sogleich nieder.
Der Wallrath löst Schwefel auf.
Nach Chevreul soll der Wallrath doch noch einen kleinen TheilWallrathöl zurückhalten, von welchem er dadurch befreit werden kann,daß man den Wallrath in kochendem Weingeiste auflöst, aus welchem danndas reine Wallrathfett, Cetine, beim Erkalten, in zarten, weißen, perl-mutterglänzenden Blärtchen heranskrpstallisirt. Die Cetine ist nach Che-vreul klingender, glänzender und weniger fett anzufühlen als Wallrath.
Nach Berard besteht her Wallrath aus 81 Kohlenstoff, iZ Was-serstoff und g Sauerstoff.
Der atmosphärischen Luft ausgesetzt wird der Wallrath leicht gelbund ranzig, und nimmt alsdann einen unangenehmen, thranig-ranzigenGeschmack an/
Pfasf (System der lVkak. weg. VII. S. Z2.) giebt Nachricht voneiner besondern Art von Wallrath, welche aus Brasilien gekommen ist,und von dem gewöhnlichen Wallrath etwas abweicht. Er kommt nachihm in Massen vor, die nicht aus großem Blättchen wie der gewöhn-liche, sondern aus ganz feinen Schuppen zusammengesetzt sind, die auchkeinen so auffallenden Perlmutterglanz wie der ächte Wallrath haben.Uebrigens sind diese Massen durchscheinend und vollkommen weiß. Auchdas chemische Verhalten ist übereinstimmend.
Anm pharmaceutischen Gebrauche wähle man den frischen und ganzweißen aus. Er wurde früher auch innerlich in Emulsion, mit Gummieher Eigelb abgerieben, oder auch in Pulverform gegeben, und hierzumuß er vorher mit einigen Tropfen Weingeist besprengt werden; jetztwird er mehr zu Salben und Pflastern, häufiger aber zum technischenGebrauche, zur Bereitung der Wallrathlichter, benutzt.
Eine etwanige Verfälschung mit Wachs würde die mattweiße Farbeund das nicht so blättrige Gefüge anzeigen; auch ist ein solcher Wall-rath weniger zerreiblich, und gjebt mit Schwefeläthcr eine milchige,trübe Auflösung.
* OKsrri'o^IiMum 8)4v68tr6. Dtls Kraul. Kälber-kropfkräüt.
LIrasi opkz-llum svl vsslrv Imnii. Eine zweijährige in Deutsch-land an Zäunen sich häufig findende Pflanze,