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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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279
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Oktseeuni

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flüssig, und erhärtet erst später; bei großen Thieren wird er gleich imWasser herausgenommen, bei kleinern aber mit dem Theile deS Kopfes,worin er liegt, ausgewunden, und auf dem Verdecke des Schiffes entleert.Er ist aber noch mit vielem Wallrathöl vermischt, und muß erst davongereinigt werden, was am gewöhnlichsten auf die Weise geschieht, daßman ihn nach dem Auswaschen mit Wasser, Schmelzen, Filtriren undAuspressen in leinenen Beuteln zerbricht, in schwacher Lauge kalt mace-rirt, abermals auspreßt, abspühlt und au der Luft trocknet.

Der Wallrath ist auch, wiewohl in geringerer Menge, in demThräne des Wallffsches und in noch geringerer Menge in dem Fette deranderen Fische enthalten, und setzt sich mit der Zeit daraus ab, dochist dieser unreiner und bedarf mehrfacher Reinigung.

Der gereinigte Wallrath, wie er im Händel vorkommt, bat eineweiße Farbe und ein festes krystallinisches blättriges Gefüge. Die Blättchenhaben einen eigenthümlichen Glanz, sind durchscheinend, spröde, sanft undschlüpfrig, jedoch nicht fettig anzufühlen, Der Geschmack ist mild und fade,der Geruch eigenthümlich wildprekartig, jedoch schwach. Spec. Gew. beii5°--;0,945, Er ist härter als Talg, schmilzt bei 40° R.; in höhererTemperatur entzündet er sich leicht, und brennt mit einer sehr lebhaftenFlamme ohne Geruch. Auf Tuch macht der geschmolzene Wallrath keinenFettfleck, sondern läßt sich beim Erkalten erhärtet als ein stgubartiges Pul-ver leicht wieder davon abbringen, Er läßt sich, ohne merklich verändertzu werden, überdestilliren, durch wiederholte Destillation wird er aber inein flüssiges gelbes Oel, in saures Wasser und wenig Kohle verwandelt.Nach Vussy und Lerann (Teiger's Magazin. >827, Februar. S. 1-ls;Tronnnsd. N. I. XV. i. S. 56.) giebt der Wallrath bei der trocknen De-stillation; Waürathfett; ungefärbtes flüssiges Oel; Oelsäure; Margarin-säure; Essigsäure; Wasser; riechende Materie; gelbe Materie; gelbes em-Pyreumatisches Oel. Da viel unverändertes Wallrathfett übergeht, so wirdauch nur wenig Oel- und Margarinsäure gebildet. Von kochendem Alkoholwird der Wallrath bis auf einen kleinen Theil (,') aufgelöst, der in derWärme wie ein fettes Oel in Tropfen auf dem Boden erscheint, in dergewöhnlichen Temperatur aber zu Talg erhärtet; beim Erkalten der al-koholischen Auflösung fällt jedoch der Wallrath größtentheils nieder. Bei-nahe 150 Th. Alkohol sind erfvderlich, um einen Theil Wallrath aufzu-lösen. Schwefeläther löst ihn schon in der Kälte auf, mehr noch in derWärme; beim langsamen Erkalten krystallisirt der Wallrath in glänzendensilberfarbigen Blättchen, beim schnellen Erkalten verwandelt sich das Ganzein eine feste Masse. Auch flüchtige und fette Oele lösen den Wallrath auf.

In concentrirter Salpetersäure löst sich der Wallrath ruhig auf undscheidet sich, wie der Campher, beim Zusätze von Wasser wieder unverändertheraus. Die übrigen Säuren zeigen keine merkliche Wirkung auf ihn. Mitden kaustischen Laugensalzen vereinigt sich der Wallrath leicht zu einer sehrspröden, zerreiblichen Seife, die im Wasser keine ganz klare Auflösung giebt.