Okamomills vnlgaiis v 285
den Blumen von Lotula stinn., deren spreutragende
Fruchkboden innen nicht hohl sind. Im Monat Juni und Julieinzusammeln.
lVlstri'csris 6lismomill» l->nn. Kamillen -Mutterkraut.
Abbild. Düffeld. Samml. vffic. Pflnz. Lief. X. Taf. 4.
Hayne Arzn. Gcw. Bd. l. Taf. 3 .
8^,t. -sxusl. 61. XIX. Orä. 2. 8^ngenerla ruperllu,.
Orck. nstur»!. 8^n»n>Iierese. Trik>. Lor^mdikers« üuri.
Diese treffliche Arzneipflanze findet sich durch ganz Deutschland aufFeldern unter den Saaten, wo sie den ganzen Sommer hindurch blüht.
Die Wurzel ist faserig, der Stengel anstecht ästig, i —2 Fuß hoch,glatt, gestreift, und an Größe und Wuchs sehr verschieden. Die Blät-ter sind ungefähr 2 Zoll lang, sitzend, ganz glatt, dreimal gefiedert, mitsehr schmalen fast fadenförmigen Fiederblättchen. Die Blumen steheneinzeln an der Spitze der Zweige auf platten, nackten, etwas gefurchtenBlüthenstielen. Die Hülle besteht aus dachziegelförmig übereinanderliegenden, stumpfen, mit einem weißen häutigen Rande umgebenen Blätt-chen. Die weißen Strahlenblümchen zeigen an der Spitze drei kleinestumpfe Zähne; im Anfange steht der zungenförmige Saum horizontal,später ist er abwärts gebogen; die kleinen röhrenförmigen Scheibenblüm-chen sind gelb. Der Blüthenboden ist kegelförmig, ganz glatt, innenhohl. Die Akenen sind viereckig, schwarzbrann und runzlig.
Die officinellen Blumen müssen bei trocknem Wetter, gleich nachdem Aufblühen, gesammelt und sorgfältig getrocknet werden, dann behal-ten sie ihren angenehmen aromatischen Geruch und bitterlichen Geschmack.
Von zwei sehr ähnlichen Pflanzen, 4ntk>emir »rvenrst und X. 60-<»I» (Hayne Bd. I. Tast s. 6 .), die zuweilen mit der Kamille verwech-selt werden, unterscheidet sich die ächte Kamille durch die sehr fein zer-theilten glatten Blätter, durch den starken angenehmen (bei X. Lotul»unangenehmen) Geruch der Blüthen, besonders aber durch den nackten,kegelförmigen Fruchtboden. Beinahe noch ähnlicher als die genanntenPflanzen ist 6hr^5°mtl>emum inoflorum (Hayne Bd. k. Taf. 4. undDüffeld. Samml. X. Taf. 5.), welches sich aber durch folgende Merkmaleunterscheidet: z) Die ganz? Pflanze ist größer. 2) Die Blätter habenverhältnißmäßig längere und schmäle Abschnitte, ihr Geschmack ist starkund unangenehm bitter. ;) Die Blüthenköpfe sind fast noch einmal sogroß als die der ächten Kamille. 4) Die Hülle ist mehr halbkngelförmig,die Schuppen derselben breiter und braun gerandet. 5) Die Strahlen-blnmchen sind nicht zurückgeschlagen, und deutlich dreizähnig. 61 DieScheibe ist weniger gewölbt. 7) Der Blüthenboden ist während der Blü-thezeit zwar gewölbt, aber nicht kegelförmig, innen dicht, nicht hohl.
AIs die vorzüglich wirksamen Bestandtheile der Kamillen sind ein äthe-risches Del und ein bitterlicher Ertractivstoff anzusehen, obgleich die Menge
!