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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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des ätherischen Oeles, ivelches man gewinnen kann, nur sehr gering ist.Der wäßrige Aufguß ist gelbröthlicd, von dem eigenthümlichen Kamil-lengeruche, und einem eben so eigenthümlichen schwach bittern Geschmacke,Die Farbe desselben wird durch orvdirte Eisenauflösungen dunkler, undins Braune verändert, ohne daß im geringsten eine Nuance von Grünzu bemerken wäre; auch bildet sich in den ersten 24 Stunden keinNiederschlag. Brechweinsteinauflvsung, Galläpseltinctur, Leimauflösungbringen keine Veränderung darin hervor. Blei-, Zinn-, Quecksilber-auflösungen schlagen ihn reichlich nieder und entfärben ihn.

Aus einer Unze Blumen erhielt Pfakf etwas über Z QuentchenErtract. Aus diesem zieht absoluter Alkohol nur sehr wenig aus, auchWeingeist von 80 Procent wirkt nicht stark darauf. Es ist größtentlMeine Art grimmiger Srlractivstoff, ohne Beimischung von Gerbestojf,und enthält essigsaures und etwas salzsaurcs Kali. Aus den durch Was-ser erschöpften Kamillen, und zwar aus einer Unze, zog Weingeist nochein Quentchen gelbbraunen Harzes aus. Die Versuche von Frenden-thal (Berl. Jahrb. XXIII. S. ziz.) sind unvollständig, und dieangegebene Ausbeute, von ; Pfund Blumen eine Drachme und einigeGran ätherisches Oel, viel zu hoch.

Die Kamillenblumen, als ein sehr gebräuchliches nützliches Haus-mittel bekannt, werden im Aufgüsse oder auch als Pulver verordnet,aber auch zu pharmaceutischen Zubereitungen, als Wasser, Oel, Ertract,Syrup verwendet.

p 8 «Uäoiüum niaMs. Das Kraut. Schöllkraut.

Otrslilionlllm inajus l^inn. Eine ausdauernde aufSchutthcuufcn und an schattigen Orten in Deutschland häufige Pflanze.

Das Kraut mit gefiederten Blättern, die Fiederblättcheu ge-stielt , eiförmig, gekerbt - eingeschnitten, dünn, mit vorzüglich un-terhalb weichhaarigen Nerven, vo» unangenehmem Gerüche, miteinem gelben scharfen Safte angefüllt. Im Monat Mai einzu-sammeln. _

Ltielillonium mssur Istnli. Gemeines Schöllkraut.

Abbild. Düffeld. Samml. vffic. Pflnz. Lief. IU. Taf. ti-Hayne Arzn. Gew. Bd. IV. Taf. 6 .

8 ^ct. rexual. LI. XIII. Orck. 1 . kol^snärig lVsonog/nia.Orä. NLMral. fspaversceas.

Diese Pflanze wächst durch ganz Deutschland , so wie überhaupt inganz Europa, und wird häufig an Hecken, alten Mauern, auf Schutt-haufen und andern unangebauttn, schattigen Stellen angetroffen.

Die Wurzel ist cylindrssch, ästig, langzaserig, braunröthlich und in-wendig weiß. Die Stengel sind aufrecht, rund, dünn, schwach, ästig, M-theilig, rvthlcch, unten stark zottig, und 1 2 Fuß hoch. Die Blatter