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sind abwechselnd, groß, weich, gefiedert, und in rundliche, öden hellgrüne,glatte, unten weichhaarige, werßgrÜM und stark geäderte, stumpfe, in ein-ander fließende Lappen ausgeschnitten. Der äußerste Lappen ist öreitheiligund größer. Die Rippen und Blattstiele sind dreieckig und haarig. Diegelben Blumen stehen vereinigt am obern Theile der StengelverzweigungeiwJede Blume zeigt einen zweiblättrigen hinfälligen Kelch, der nur vor demAufblühen vorhanden ist, und eine vierblättrige große Blumenkrone. DieFrucht ist eine schotenähnliche Kapsel mit vielen kleinen rundlichen, glän-zenden , schwärzlichen Saamen.
Die Vlüthezeit dieser Pflanze ist April bis Juni.
Sonst war auch die Wurzel, jett ist nur das Kraut vfficinell z die er-stere wird im April eingesammelt, ist nach dem Trocknen schwarz, undnvchwirksamer als das Kraut, welches im Mai eingesammelt wird. Beide, be-sonders die Wurzel, enthalten frisch einen gelben Saft, und besitzen einenscharf bittern, brennenden Geschmack und unangenehmen Geruch, die aberbeide durch das Trocknen ineisrens vergehen. Der Saft, der beim Durch-schneiden des Stengels und der Blattstiele in Tropfen hervordringt, ist ätzendund bitter. Dieser Milchsaft ist von goldgelber Farbe, hat einen anfangssüßlichen, gleich darmffaber scharfen Geschmack. Er reagirt weder alkalischnoch sauer, und trocknet an der Lust zu einer braunen Masse ein. DasWasser löst davon einen großen Theil auf, und färbt sich stark gelb; Wein-geist fällt daraus eine geringe Menge fast farblosen Schleims. Den aus-getrockneten Saft löst der Weingeist bis auf einen geringen brannen Rück-stand mir goldgelber Farbe auf; Wasser fällt nur weniges Harziges daraus,ohne die goldgelbe Farbe zu verändern.
Das über frisches Kraut abdestillirte Wasser ist ohne Schärfe.
Godefroy (Trommöd. N. I. XI. i. S- 8 z., Geiger's Magazin.März 18 L 5 -. S. 274. und Buchn. Repert. XXI. S. /M>) hat einige Ver-suche über das Schöllkraut, die keineswegs erschöpfend genannt werden kön-nen, angestellt. Er erhielt dadurch, daß er den ausgepreßten Saft oderauch die Abkochung mit Ammoniak versetzte, einen leichten, flockigen Nie-derschlag von duukelgrauer Farbe, der aber zuletzt mehr braun wurde. Al-kohol ivlirde von demselben citronengelb gefärbt, und ließ beim freiwilligenVerdunsten kleine körnige Krystalle niederfallen. Die Lösung sowohl als'die Krystalle hatten einen rein bittern Geschnrack, dem des Chinins glei-chend, obgleich etwas davon verschieden, auch fühlten sich diese Krystalleganz anders«!, als das Chinin. Lb sie alkalisch reagirten, wunde nichtgeprüft, mit Säuren gaben sie aber braun oder orangegelb gefärbte, sehtsauer und bitter schmeckende krystMsirbare Verbindungen. Diese Substanzkonnte ohn; alle Gefahr eingenommen werden. Dagegen zeigten sich dasscharfe, flüchtige Princip, welches das bei der Destillation des frischen Krau-tes übergehende concentrirte Destillat milchig färbte und ihm einen beißendscharfen Geschmack ertheilte, so wie auch das durch Digeriren des ausge-preßten Krautes mit Alkohol erhaltene dunkelgrüne Harz allein gefährlich.