29« Chinarinden
arten durch daS Kauen ivrer Rinden unterschieden, rind wären dabei aufdie große Bitterkeit der Chinarinden aufmerksam geworden. Da mmunter den Missiouarien immer Arzneiknndige waren, so hätten diese denAufguß der Rinde bei der gewöhnlichen Krankheit der Gegend, demTertia'nfleber, versucht.
De la Condam ine und nach ihm Hippolit RuiZ, welcher letz-tere im Jahr 17-7 auf Befehl deö spanischen Hofes eine botanische Ent-deckungsreise nach Peru unternahm, erzählen dagegen über das Bekannt-werden der hinge angewandten Fieberrinde Folgendes,- welches sie von glaub-würdigen Personen sehr oft gehört hatten. Im Iaht isZs habe ein In-dianer der Provinz Lora dem Corregiddr voll Lora, Don Juan Lopezde Can ni zareS, der an einem kalten Fieber krank lag, die guten Eigen-schaften der Chinarinde angerühmt. Der Corregidor, sich nach baldigerWiederherstellung sehnend, ließ sich von diesem Indianer etwas von derRinde, nebst der Derfahnmgsart sie zu gebrauchen, geben. Er befolgte diegegebene Vorschrift, welche darin bestand, daß die Rinde mit einer beliebi-gen Menge kaltem Wasser übergössen oder darin gekocht, und hiervon zuwiederholten Malen getrunken werden sollte, und genas in wenigen Tagenvon seiner langwierigen Krankheit.
Als her Corregidor hierauf im Jahr isK vernalM, daß die Meld-uigin von Peru an einem dreitägigen Fieber krank liege,, schickte er ihremGemahl,Kon Gero ttkmo Fern an dez de Cabrera, BombadillapMendoza, Grafen von Ehrncdo n, von dieser Rinde, nebst einer An-zeige ihrer Wirkung und der Verfahrüngsark, sie zu gebrauchen. Der N-cekönig ließ in den Hospitälern von Lima mehrere Versuche damit anstellen,und da alle dem eingeschickten Berichte entsprachen, ließ er auch seine Gat-tin davon gebrauchen, welche vollkommen genas. Von den damals wunder-baren Heilkräften der Rinde überzeugt, ließ nun die Gräfin einen großenVerrath von Lora kommen, und unentgeltlich austheilen, woher zuerst dasPulver dieser Rinde den Nameü'„Pulver der Gräfin", ?ulvü Lowim»-(ä'el Okinclio,,) erhielt. Durch Zusammenstellung mit dem Worte 6oriexist hieraus Lortex LstineKonÄ«, tlorlex Linokvnas gebildet worden, undauch Linno bezeichnete das Geschlecht der Fieberrindenbäums mit dem Na-men Oinclions (eigentlich Lliineiu-ns).
Nach der Rückkehr des Grafen von Chinchon nach Europa, der einebedeutende Quantität Fieberrinde mitbrachte, scheint nach Villerobel'sBehauptung ÄMbe doch nicht sehr schnell in Ruf gekommen zu seyn, ob-gleich die erste im Jahr igzs mit der China gemachte Probe gut ausfiel.Doch erschien schon 1642 eine eigene Schrift über die Fieberrinde, vielleichtdie erste über diesen Gegenstand, von Ba rb a, Professor der medicinM»Facultät zu Valladvlid. Die erste allgemeine Verbreitung der China kannwohl den spanischen Jesuiten zugeschrieben werden, welche von ihren Ordens-brudern bedeutende Quantitäten dieser Rinde zugeschickt erhielten, u>u>den Ruf derselben begründeten. Dieses Verdienst theilten sehr bald die Je-