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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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294 Chinarinden

nen, sieht man sie, was sehr merkwürdig ist, als sichere Vorboten vonEisenlagern an. Auch soll Or Chapotin eine Art Linekon,, aufJsledeFrance entdeckt und nnter dem Namen 6 . lVlauritisn-> beschrieben haben.

Merkwürdig ist es hiebe!, daß man bis auf den heutigen Tag keineeinzige Linchone, ja nicht einmal ein Lxoriemma, weder auf den Ber-ge» von Silla de Caracas, noch auf den waldbewachienen Bergen vonCaripo des französischen Guajana gefunden hat. Daß man auch, bisjetzt wenigstens, gar nichts von den Gattungen Linekona undLxonem--ns auf den Hochebenen Merikos und in den östlichen Provinzen vonSüdamerika, nördlich vom Aequator, angetroffen hat, muß um so mehrauffallen, da doch Lxorteinm-, auf den Antillen gefunden ist. DieCin-chonen der Cordilleren rücken auf dem nördlichen Theile nicht weiternach Osten, a!S bis zum 72 ° W. L. von PariS, also bis zum Glim-merschiefergebirge der Sierra Nerada von Merida vor.

Ueber die Region, in welcher die Chinabäume vorkommen, ist nachHumboldt zu bemerken, daß, wenn von der Meeresstäche ab bisetwa 5 «>ü 0 Fuß hinauf die Region der Palmen und Pisanggewächie an-genommen werden muß, in welcher auch viele schöne Lilien, Windei»arten, Cactus, der Balsambaum und eine Menge anderer tropischer Pflan-zen gedeihen , unmittelbar auf diese bis etwa zur Höhe von 48W Fuß dieRegion der baumartigen Farrnkräuter folgt, welche zugleich die der Fieber-rinden ist, jedoch mit dem Unterschiede, daß die Cinchonen zum Theil biszur Höhe von gsno Fuß hinaufsteigen. So scheuen die orangefarbene undgelbe Fieberrinde (6il>cl>on»I»noikolia (?) und oorllikoli» lVlulir) die Berg-kälte so wenig, daß sie bis 905» Fuß über der Meeresfläche angetroffen werden,wo das Thermometer fast bis zum Eispunkte herabsinkt. Dagegen ertragendie rothe China (L.oKIoagiloliL?), die ungleichblüthige (L. llirsimiliüo-rs) und die prachtvolle L. Ivngiüoi-a das heiße Klima am leichtesten.

Die Cinchonaarten sind 7 vo Meilen lang, vom ;v° S. B. bis M11° N. B-, auf derAndeskette gruppenweise vertheilt. (Nach von Hum-boldt ist der eigentliche Name nicht er sondern ^ntix, von -sinw, wasin der Quichvasprache Kupfer bedeutet.) Der ganze östliche Abfall dieserKetten, südlich von Huanuco, ist ein zusammenhängender Chinawald. Vonden hohen Gebirgsebenen vvn La Paz verbreitet sich das Chinagebüsch nörd-lich durch die peruanischen Provinzen Guailas und Huamalies bis Huanca-bamba und Lora. Ein Arm dieses Gebüsches läuft gegen Osten durch dieProvinz Jaen, wo die Uferhügel des Maranon mit Cinchonenstämmen be-kränzt sind. Von den anmuthigen Thälern um Lora an, dem Garten derandesischen Gebirge, erstreckt sich die Fieberrinde durch das KönigreichQuito, Cuen^a und Alausi. Der westliche Abhang des Chimboraffo istreichlich damit bedeckt, aber auf dem hohen Plateau von Rhiobamba undQuito, wie auf dem der Provinz Pasta bis Almaguer hin scheint diesesköstliche Product gänzlich zu fehlen. Nördlich von Almaguer, in der Pro-vinz Popayan, findet man beide Abhänge der Andeskette auf einmal wieder