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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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310
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sonst eigenthümlich. Hin und wieder findet man auch Röhren, wo dieFarbe etwas matt aussieht, oder einen schwachen röthlichen Anfing bet.

Der Längenbruch ist bei den meisten feinen Röhren ganz eben, nurim Splinte etwas uneben und wenig splittrig. Die Borke und der mitHarz durchdrungene Theil des Splints zeigen sich im Bruche kastanien-braun, das Uebrige ist gewöhnlich zimmtbraun, und oft merklich Hellerals die Unterfläche. Auch der Querbruch ist bei den feinen Röhrengewöhnlich ganz eben; einzelne brechen jedoch auch etwas faserig oderseinsplittrig. Bei den mittlern und dicken Röhren bricht die Borke eben,da diese aber -im Verhältnisse nur dünn ist, so hat oft der ganze Bruchrin kurz - oder feinsplittrigcs Ansetzn.

Der Splint selbst ist nicht so weich und zerreiblich als bei der Hua-nnco, aber auch nicht so spröde als bei der regln, und ganz frei vonden kleinen stechenden Splitterchen. Schon der Bruch, noch mehr derQuerschnitt, zeigt, daß diese Chinasorte ziemlich viel Harz enthält.

Der Geruch ist stark lohartig, der Geschmack anfangs etwas zusam-menziehend und säuerlich, nachher stark und anhaltend zusammenziehend, undzugleich etwas bitter, nicht reizend. Das Pulver ist matt zimmtfarbig.

Die Lorachina kommt in Kisten und Suronen; erstere enthalten bisolrcL 110 Pfund, letztere von 60 bis 90 Pfund netto. In den Kistenbefindet sich entweder sogenannte naturelle (nicht ausgesuchte) oder, washäufiger der Fall ist, ausgesuchte Waare in seinen Röhren. Die natu-relle Waare kommt durch directe Zufuhr, die ausgesuchte über Spanien.Die in Seronen verpackte Lora ist nach vielen Jahren zuerst wieder1824 über England nach Hamburg gekommen, und ist ebenfalls größten-theils naturelle Waare.

Die auf der Kronchina vorkommenden Flechten sind folgende: l--cl-stes ru§5ula; Orsplllr clu^Iicala; Verrucsrla Llnclionae; ?orm»grsnulsia ; ?^renula mattolfles und ?upula; (.scanora oLSsio ruböl-la; ?srmell-> oetralL und melsnoleuca ; 8titzls änrai» und klrneatloriclÄ s Llnclionse.

4 ) LblriL llson. Blasse Ten-China.

Der corrupte Name Ten-China ist in Hamburg entstanden, undzwar durch eine Verwechslung mit dem eigentlichen Namen Lllina säen.Die Zeit der ersten Einführung dieser Sorte laßt sich nicht bestimmen,wahrscheinlich ist sie, gleich der Lora, eine von denen, die am frühstenin den europäischen Handel kamen. Sie wurde ihres blaffen AnsthnSwegen immer zu den schlechtesten Sorten gezählt, und ist jetzt wegenihres beinahe gänzlichen Mangels an Alkaloid noch mehr gesunken.

Hayne hat angenommen, daß diese Rinde von L. lancikoli» gewon-nen werde, v. Bergen hält es aber nicht für wahrscheinlich, daß eine ausPeru zukommende Sorte von einem vorzüglich in Neu-Grenada wachsen'den Baume abstammen solle; durch Vergleichung mit der Ruiz'sthen Clwnarindensammlung ist ihm die Gewißheit geworden, daß die blasse Ten-