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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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309
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Abrede gestellt, daß unserer jetzigen Sorte auch Winden von andern ihrverwandten Species beigemischt seyn können.

Die Lorachina war, wenn nicht die erste, doch eine der ersten Fieber-rinden, die man nach Europa brachte, denn ihr Name kommt schon beiLa Condamine als csrcar« äsOoxa vor. Ebenso wahrscheinlich istes auch, daß ein Theil der seit La Condamine's Zeiten in den Han-del gekommenen Fieberrinden nichts anders als Lorachina gewesen ist,und sie war in den letzten Decennien des vorigen Jahrhunderts die ge-schätzteste von allen zu der Zeit eristirenden feinröhrlgen Sorten. Auchunter den direkten Zufuhren von China, welche seit 1804 in Hamburgankamen, war die Lorachina, weil sie sich eine geraume Zeit hindurch vonallen Sorten am sparsamsten fand, immer sehr geschätzt. Erst in der neue-sten Zeit ist sie wieder öfter, endlich aber so häufig vorgekommen, daß nunfast alle nach Europa kommenden Zufuhren aus dieser Sorte bestanden.

Die Lorachina kommt in Röhren von allen Durchmessern vor, von2 Linien bis i Zoll. Dicke j 2 Linien, Länge 615 Zoll. Flache Stückeund solche, denen die Borke ganz fehlt, kommen gar nicht vor. Vonden Schichten: Oberhaut, Rinde, Bast undSplint, fehlt nur hin undwieder stellenweise, selten ganz, die Oberhaut, die übrigen sind immervorhanden. Die Borke nimmt bei feinen und Mittelröhren f j, beidicken Röhren aber oft kaum f oder z der ganzen Dicke ein. Auf derOberfläche der feinen und Mittelröhren finden sich viele, oft nur 1irLinien von einander entfernte Querrisse, welche gewöhnlich die Borke inlauter Ringe theilen, deren Ränder eiwaS erhöht sind. Unter den feinenRöhren finden sich auch einige, denen die Querriffe fast ganz fehlen; diesefind dann gewöhnlich der Länge nach etwas gerunzelt. Auf den dickenund auch auf einigen Mittelröhren stehen die Querriffe nicht so nahe,sind auch selten so ringförmig, gewöhnlich mehr unterbrechen. Man findetauch einzelne dicke oder Mittelröhren, bei denen die Borke fast aus nichtsals unregelmäßigen, gedrängten, beinahe eine Reihe bildenden Runzelnbesteht, (wo dann stellenweise die Borke bis auf den Splint ganz abge-sprungen ist). Andere zeigen hin und wieder einzelne Knoten oder Warzen.

Die Farbe der Rinde ist sehr verschieden. Die feinen, mit der Ober-haut und Querrissen versehenen Röhren schiefergrau, aschgrau oder rehgrau.Die schiefergraue Farbe ist im Ganzen die vorherrschende; einzelne milch-weiße, graue oder schwärzliche Flecken rühren meistens von fest aufliegendenLichenen her. Die mittlern und dicken Röhren weichen in der Farbe nochmehr von einander ab, denn es kommen nicht nur schiefergraue, aschgraueund rehgraue, sondern auch schwarzgraue und solche vor, welche hin undwieder in das Leberbraune fallen. Die Unterfläche der Lora ist bei allenDimensionen sehr eben, und kann, ungeachtet der sie bezeichnenden zarten,unregelmäßigen Längsfasern, in der Regel glatt genannt werden. DieGrundfarbe der Unkerfläche ist zimmtbraun, sie erscheint aber selten rein,sondern oft etwas bestäubt, auch wohl mit mehr Braun gemischt, als ihr