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bincbonin und Chinin); mit Drechweinstein erfolgt ein reichlicher, stockiger,weißgelblicher Niederschlag, aber auch mit Leimauflösung erfolgt ein sicht-licher, jedoch geringerer Niederschlag; mit kleesaurem Kali gleichfalls Nie-derschlag. Die Chinasäure prädominier bloß in den bessern Chinasorten, d«-her auch alle ächten Chinasorten Lackmuspapier rothen.
Hinsichts der ältern chemischen Arbeiten auf die meisterhafte Zusam-menstellung in Pfaff's IVlsteria -neilics verweisend, gehen wir hier gleichzu den in der chemischen Geschichte der Chinarinden Epoche machenden Ab-handlungen der Herren Pelletier und Caventou (Trommsd. N.Z.VI. 1. S. 5. und VI. 2. S. Z.; Buchn. Repert. XII. 1. S. 1.; Berl. Jahrb.XXIV. 1. 1822. S. 41.); Schweigg. N. I. II. S. 413. und III.S.6S.1,mit gleichzeitiger Benutzung der weiter unten erwähnten Analyse vonBucholZ. Die Arbeiten ihrer Vorgänger, vorzüglich Vauquelin'sbe-nutzend, unterwarfen sie zuerst die graue Chinarinde (welche die Vers. vonc. Lonflsinines abstammen lassen, die aber vott B at ka, der von Pelle-tier eine Probe dieser China erhielt, mit Wahrscheinlichkeit für eine Hua-nucv mit Huamalies vermischt erklärt wird) einer neuen Analyse, und ent-deckten als den eigentlich wirksamen Bestandtheil der Rinde krvstallisirbarcAlkaloide, die sie Cinch 0 ninund Chini n nannten. Als der erste Ent-decker derselben ist indeß Gvmez, ein Portugiese, anzusehen, der diesenGrundstoff der Chinarinden in einem fast reinen Zustande kannte; dochge-bührt den Herren P eilet ier und Caventou die Ehre, die Eigenschaf-ten des reinen Cinchonins und dessen Verbindungen zuerst nachgewiesen zuhaben. Ihr Verfahren war folgendes: Zwei Kilogramme zerstoßener Chi-narinde behandelten sie mit 6 Kilogrammen starken Alkohols in der Wärm,welches viermal wiederholt wurde. Die alkoholischen Tincturen wurden miteinem Ausätze von 2 Kilogrammen destillieren Wassers der Destillation un-terworfen. Die ausgeschiedene, durch ein Filtrum von der wäßrigen Fl»!-sigkeit geschiedene Substanz ivar von einer röthlichen Farbe und von harz-artigem Ansetzn; in diesem Zustande wurde sie auf dem Filtrum selbst mitschwachem Kaliwaffer ausgelaugt, bis die alkalischen Flüssigkeiten wasserklarabliefen, dann noch mit einer hinreichend beträchtlichen Menge destillirlmWassers ausgewaschen. Sie war dann grünlichweiß, sehr schmelzbar, inAlkohol auflöslich und gab Krystalle. ES war das Cinchvnin des vr. Ko-ni e z, und zeigte einige Eigenschaften der harzigen Substanzen. Als mansie in einer sehr mit Wasser verdünnten Salzsäure auflöste, ließ sie einebeträchtliche Menge fetter Materie von grüner Farbe (Chlorophyll) falle».Die saure Flüssigkeit, goldgelb, und sehr bitter schmeckend, wurde wir ge-brannter Magnesia in gelinder Wärme behandelt, und der Magnesianred"-schlag auf einem Filtrum mit Wasser ausgewaschen, bis dieses farblos ab-floß. Der im Marienbad ausgetrocknete Niederschlag wurde dreimal mitgradigem Alkohole ausgezogen. Die sehr gelbe und bittere Flüssigkeit gabbeim Verdunsten nadelförmige Krystalle von einem schmutzigen Weiß- l»e