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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Oinnsinomrim

selständigen Rispen. Die eiförmige Frucht hat die Gestalt einer klemmEichel, und ist am Grunde von dem Kelche umgeben.

Der Aimmt ist die von ihrer Oberhaut befreite Rinde. Er kommtin dünnen, glatten, zusammengerollten Stücken vor, von eigenthümlichergelbröthlicher (gelbrothbräunlicher), dem venetianifchen Golde nahe kom-mender Farbe. Er ist zähe, auf dem Bruche faserig; der Geschmack istangenehm aromatisch, erwärmend, mit etwas Süßem gemischt. Das in dmMund genommene Stückchen erweicht in demselben und zerfließt gleichsam.

Die Güte der verschiedenen Zimmtsorten wird von der verschiedenenEinsammlungs - und Aubereitungsart, von der Witterung zur Zeit derZimmternte, dann besonders von dem Standorte der Bäume abgeleitet.An trocknen sonnigen Orten wächst der beste, an sumpfigen Plätzen einenur wenig aromatische Rinde. Diese ist dunkler gelb, wie Cmcunia,zerreiblich, die Tertnr schlaff, körnig, gleichsam sandig. Im Allgemei-nen ist der ccvlonsche Aimmt der vorzüglichste, der aus China und mden Antillen kommende ist von geringerer Güte.

Der vorzüglich wirksame Bestandtheil ist das ätherische Oel; außer-dem enthält die Rinde, nach Vauquelin, Gerbestoff, Schleim, eine»Farbestoff und eine Säure.

Es werden jährlich 4 5000 Ballen, zu 8 » Pfund, in drei Sortenin den Handel gebracht; vormals unter den Holländern nur isoo Ballen.

iüinnarnolnum acutum. Das Oel. Zülltlltdl,

Wird durch Destillation aus der Rinde des Naurus Oinna-inomum I^inn. in Ostindien bereitet.

Ein frisch gelbes, hernach in die braune Farbe übergehendesätherisches Oel, von angenehmem Gerüche und süßlich brennen-dem Geschmacke. Spec. Gew. ---7- 1,044.

Anr Destillation dieses Oels werden die zu starken Aimmtrinden undder übrige Abfall bei der Sortirung der Rinden angewendet. Die De-stillation wird bloß in einem Gebäude des Hospitals zu Colombo vorge-nommen , wo dazu zwei Blasen von 200 und von so Gallonen Inhaltbestimmt sind. Die rothen Rinden nebst dem Abfalle, welcher viel A-reinigkeiten enthält, werden gepülvert, hierauf 24 Stunden in Meerwaffereingeweicht. Dann bringt man in die große Destillirblase 280 PfundZimmtpulver mit 125 Gallonen Meerwaffer und 30 Pfund Kochsalz/ undfüllt die kleinere Blase nach demselben Verhältniß. Das Product derDestillation sieht milchig aus. Man läßt es in gläsernen Schalen sichsetzen, und erst nach einigen Tagen scheidet sich das Oel aus. Dieses istein zweifaches, ein leichtes, welches oben schwimmt, und ein schweres,das sich zu Boden setzt. Das leichte schöpft man mit kleinen Löffeln ab,das schwere zapft man durch eine im Boden befindliche Oeffnung ab-