Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
361
JPEG-Download
 

6oe!il6üi'i«

36i

gelblättern, mit einem scharfen flüchtigen Princip begabt. Eswerde nur im frischen Auftande angewandt. Im Frühlinge ein-zusammeln. _

6ocl>Iearis vtflci'nslii ttinn. Gemeines Löffelkraut.

Abbild. Düsseld. Samml. vffic. Pflnz. Lief. III. Taf. 2.

Harne Arzn. Gew. Bd. V. Taf. 28.sexual. 61. XV. Orä. 1. Detralk^nsmi-, 8iliculora.

Orü. natural. 6rucikerse.

Diese häufig im nördlichen Europa, in Holland, England, Grönland,Island rc. am Meeresstrande wachsende Pflanze wird bei uns in Gärtengezogen. Aus der einfachen, spindelförmigen, gerade absteigenden, faserigenWurzel erheben sich mehrere, oder doch vom Grunde aus ästige, so wie dieganze Pflanze kahle, runde Stengel mit einzelnen vorspringenden Kanten.Die blaßglänzend-grünen, etwas dicklichen Blatter stehen als Wurzelblatterim Herbste des ersten Jahres rosettenförmig, langgestielt, rundlich, ganz-randig oder undeutlich eckig; die Stengelblätter allmälig kürzer gestielt,mehr lancettlich, deutlich eckig gezähnt; die obern sitzend. Die weißenkleinen Blumen bilden am Ende des Stengels und der Beste mehr oderweniger dichte Trauben. Der Kelch ist glatt, abfallend und vierblättrig;die Krone, fast noch einmal so groß als der Kelch, aus vier eiförmigen Blu-menblättern bestehend. Die Frucht ist ein Schvtchen vom Griffel gestachelt,in jedem Fache mehrere eiförmige, gekrönte braune Saamen enthaltend.Die Blüthezeit dieser Pflanze ist Mai bis August.

Man benutzt entweder die ganze blühende Pflanze, oder auch nurdie Wurzelblätter, die dann am kräftigsten sind, wenn die Pflanze an-fängt zu blühen. Sie bat einen eigenen, kressenartigen, bitterlich-salzigen,beißenden Geschmack, und beim Zerreiben einen eigenthümlichen, schar-fen, balsamischen Geruch. Beim Trocknen verliert sie größtentheils Ge-ruch und Geschmack und wird beinahe unwirksam. Zwei Pfund frischeüKraut geben etwa nur 5 Loth trocknes.

Bisweilen sollen die Blätter des Feigwarzenkrautes (kkanunculuzkicarisb,inn.) untergeschoben werden; diese haben aber eine mehr herz-,nierenförmige, rundliche Gestalt, sind ungleich, in der Mitte oft miteinem schwarzen Flecke bezeichnet, und besitzen einen mehr unangenehmbittern, als kressenartigen scharfen Geschmack. In Buchn. Repert. V.S. 42r. wird angeführt, daß die Kräutersammler zu ganzen Eentnernälism» ?I«nmgo einsammeln und trocknen.

Außer Gutret's Versuchen (siehe^rmorsoi») verdanken wir HerrnJosse (Trommsd. I. Vl. 2. S. 127.) mehrere Bemerkungen über dasLöffelkraut. Durch die Destillation mit Wasser erhielt er zuerst eine etwasvpalisirende Flüssigkeit, die stark roch, und beißend, jedoch hiutennach kraut-artig schmeckte. Josse bemerkte, was Einhvff am Meerrettigwaffer be-merkt hatte, daß das in verschlossenen Gefäßen aufbewahrte vorher milchige