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Wasser nach einigen Monaten ganz klar geworden war, und auf d»Boden sich eine ansehnliche Menge kleiner, platter, zarter, glänzenderKrystalle abgesetzt hatte, die aber nicht gesammelt werden konnten, dasie durch das Seihezeug giengen (Löffelkrautcampher?), Ein wesentliches(flüssiges) Oel konnte auch von großen Quantitäten Kraut nicht erhaltenwerden. Fr. Hoffmann hat aber ein wesentliches Löffelkrantöl erhal-ten, und dieses war im reinsten Bustande hellgelb, vom durchdringend-sten Gerüche des Krauts und einem sehr scharfen Geschmacke, specisischschwerer als Wasser, und doch so außerordentlich flüchtig, daß es selbstaus wohlverstopften Gläsern entweicht. Auch Bucholz bestätigt, daß2 Drachmen Löffelkrautöl aus einem mit Kork und Blase wohl verschlos-senen Gläschen innerhalb 40 Jahren gänzlich verflogen waren, ohne dengeringsten Rückstand zu hinterlassen.
Aus eilf Pfunden frisch gepreßten Saftes von bitterm und beißendemGeschmacke erhielt Josse drei Quentchen grünes Sqhmehl. NachdemDurchseihen hat der Saft eine dunkelgelbe Farbe; in der Wärme setz!sich ein schmutzig grauer Satz ab, der sich als Kleber verhält. Au derLust erhält der Löffelkrautsaft mit der Mt einen deutlich sauren Ge-schmack , und setzt immer mehr von jenem glutinösen Stoffe ab. DaSaus dem Safte erhaltene Ertract wog ie> Loth, war durchscheinend, sch«z-braun, zerfloß an der Luft, blähte sich auf Kohlen auf, wobei der backenthaltene Salpeter verpuffte. Dieses Ertract war zusammengesetzt a»Sgrimmigem Extraktivstoffe, bitterm Extraktivstoffe und bitterm Harze;außerdem enthielt es einen reichlichen Antheil an Salzen, die der Ver-fasser zum größten Theil für Salpeter, dann für schwefelsaures u»dsalzsaures Ammoniak und für schwefelsaure Kalkerde erklärt.
Braconnot fand das aus dem ausgepreßten Safte des Löffelkran-tes erhaltene Ertract zusammengesetzt aus: 1 ) einer in Alkohol unauflös-lichen thierisch - vegetabilischen Materie, die durch Galläpfelaufguß reich-lich niedergeschlagen wurde; 2 ) aus einem in kaltem Alkohol unauflös-lichen , in der Wärme von ihm aufgenommenen zuckrigen Extraktivstoffe,dessen Auflösung durch das essigsaure Blei nicht getrübt, jedoch gleichfallsdurch Galläpfelaufguß gefällt wurde; 2 ) einem Natronsalze mit einerPflanzeusäure, die am meisten Aehnlichkeit mit der Aepfelsäure halle,doch ohne damit identisch zu seyn; 4) einem Kalksalze mit eben dieserSäure; 5) schwefelst und salzs. Kali. Von Salpeter fand B. keine SM.Dieser ist jedoch auch von Tordeur (Schweigg. N. I. I>- tL2i. S>33 .-;.) bestätigt, der ihn aus einem lange aufbewahrten Ertracte dcSLöffelkrautcs in Menge herauskrpstallisirt fand, und ihn als die nuilh-uiaßliche Ursache der diuretischen Eigenschaften des Krautes ansieht.
Dobere iner hat den eigenthümlichen scharfen, mit dem Wu-schen Oele verbundenen Stoff des Löffelkrautes Cochlearin genannt.
Das Löffelkraut ist im frischen Bustande eins der kräftigsten antiW-butischen Mittel. Um es also frisch zu erhalten, macht man es mit Z Th.