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nerne Walzen befreit. Sie haben einen etwas mehligen, kaum merklichbittern Geschmack, und in großem Quantitäten einen eigenthümlichen mirschwachen Geruch; sie sind sehr zähe und darum schwer zu pulverisiren.
Man unterscheidet im Handel vorzüglich drei Sorten: O den arabischenoder levantischen Kaffee, dessen Bohnen am kleinsten und vergleichungsmeiseam dunkelsten von Farbe sind. 2) Den javanischen oder vstindischen, mitgroßen gelben Bohnen, und Z) den westindischen (dessen vorzüglichste Sorteder Martiniguekaffee ist), dessen Bohnen von mittlerer Größe und vonFarbegrünlich sind. Verwerflich sind die sehr leichten, vollends die auf demWasser schwimmenden, mißfarbigen, schwarzen, dumpfig riechenden Bohnen.Auch giebt es gefärbte Bohnen, die sich durch eine stark ins Bläuliche fal-lende Farbe verrathen. Ein Kennzeichen guter Bohnen ist, daß sie nachdem Rösten stark und angenehm riechen und daß das Decoct der rohenBohnen beim Erkalten allmälig eine schone grüne Farbe annimmt.
Das über Kaffeebohnen abgezogene Wasser hat den eigenthümlich«!nicht starken Geruch der Kaffeebohnen, vpalisirt etwas, röthet nach AStunden das Lackmuspapier, und nimmt von der orpdirten schwefelsau-ren Eisenauflösung einen grünlichen Schein an. Die Abkochung guterKaffeebohnen wird durch die Einwirkung der Luft grün, welches schnellergeschieht, wenn man das Decoct auf eine flache Schale auszieht undetwas stehen läßt. Abgekochte Bohnen, die noch mit etwas Feuchtigkeitbedeckt sind, färben sich grasgrün'.
Die altern Arbeiten von Chenevir, Paysse und Cadet findensich zusammengestellt in Gehlen's I. VI. S. srr. Chenevir stellteeinen eigenthümlichen Kaffeestoff dadurch dar, daß er einem Aufgüsse «0»ungebrannten Kaffeebohnen salzsaure Zinnauflösung zusetzte, wodurch ereinen Niederschlag erhielt, den er wusch und durch Schwefelwasserstoffgas zer-setzte. Die obenstehende Flüssigkeit enthielt das eigenthümliche bittrePruwdes Kaffees. Zur Trockne abgedampft war er gelb und durchsichtig «Horn, in Wasser und Alkohol auflöslich, ohne Feuchtigkeit aus der Lustanzuziehen. Die Auflösung hatte einen angenehmen bittern Geschmack, nahmmit den Alkalien eine granatrothe Farbe an, gab mit Eisenauflösmig eine»grünen Niederschlag; Gallerte bewirkte aber keine Fällung. P faff M^inest. III. S-s.) stellte diesen Kaffeestoff durch Auskochen der gestoßenenKaffeebohnen, Abrauchen zur Sprupsconsistenz, Ausziehen dieses ErtractSmit Alkohol von 8g Procent dar, wobei die schleimigen Tbeile ungelöstblieben. Dem durch Abziehen des Weingeistes erhaltenen Rückstände wurdedurch absoluten Alkohol das beigemischte Harz entzogen, und dasZurückölei-bende in Wasser aufgelöst. Nach Cadet enthalte» 8 Unzen Kaffee unge-fähr; Schleim 1 Unze; Harz 1 Drachme; färbenden Ertractivstofft Drachme;Galläpfelsäure Drachme; Eiweißstoff 10 Gran; rückständige Faser s Un-zen zz Drachme. Pa»sss sieht seine Kaffeesubstanz für eine Säure an,und nennt sie Kaffeesäure. Nach einer Untersuchung von Schröder (Geh-lcn's 2-VI. S. 544.) bestehen 8 Unze» rohe Martiniquekaffeebohneuans!