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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
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eigenthümlicher Kasseesnbstanz t Unze 3 Drachmen 15 Gran; gummigem undschleimigem Ertract 2Dr. 20 Er.; Ertractivstoff 24 Gr.; Harz ig Gr.;talgartigem Oel 20 Gr.; trockncm Rückstand 5 Unzen 2 Dr. 40 Er.; Ver-lust wahrscheinlich an Wasser 6 Dr. 4; Gr. 8.-8 Unzen.

P ay ss ö weicht in den quantitativen Verhältnissen etwas ab, und fandauch noch Eiweißstoff. Schrader untersuchte auch die gerösteten Kaffee-bohnen. Beim Rosten schwellen die Kaffeebohnen auf, und verlieren anGewicht (auf 2 Unzen 2 3 Drachmen). Sowie die Bohnen anfangenbraun zu werden, dringt das in ihnen enthaltene Oel auf die Oberfläche,es entwickelt sich ein sehr angenehmer aromatischer Dunst; auch zeigt derAufguß jetzt einen angenehmen aromatischen Geschmack ohne Bitterkeit, wel-cher sich jedoch bei zu lange fortgesetztem Rösten in einen empyreumatischenund stark bittern verwandelt. Das über gebrannte Kaffeebohnen destillirteWasser reagirt sauer, die Kaffeesubstanz ist nunmehr braun geworden undzieht auch die Feuchtigkeit aus der Lust stärker an. Schrader erhielt aus8 Unzen gerösteten Bohnen: Kaffeesubstanz 1 Unze; Ertractivstoff 5 Dr. 4 Gr.;Gummi und Schleim 6 Dr. 40 Gr.; Oel und Harz 1 Dr. 20 Gr.; trocknenRückstand 5 Unzen 4 Dr.; Verlust >6 Gr. 8.-8 Unzen.

Die Entstehung des angenehm gewürzhasten Bestandtheils, den S ch r a-d er für eine flüchtige Säure hielt, ist wohl vorzüglich einer Veränderungder Kaffeesubstanz zuzuschreiben, welche hier eine ähnliche Veränderung er-leidet, als das Osmazom beim Braten des Fleisches, wozu auch die ande-ren Bestandtheile, z. B. das talgartige Oel, mitwirken möchten.

Segu in (Trommsd. N. I I. 2. 1817. S. 98.) erklärte den an derLust sich grün färbenden Bestandtheil der Kaffeebohnen, das Kaffeegrün, füreine Verbindung des Eiweißes mit dem Kaffeestoffe; als gelber Kaffeestoffmit vollkommen weißem Eiweißstoffe zusammengerieben wurde, nahmdieMi-schung eine bouteillengrüne Farbe an, die an der Lust noch dunkler wurde.Brugnatelli (Trommsd. I. XXV. 2. 1816. S. 282.) bestätigt dieseAnsicht. Alkohol, der mit rohem Kaffee 8 Tage hindurch in Berührunggewesen, und kaum etwas gelblich gefärbt ist, bringt Eiweiß zum Gerinnen,und nach einigen Stunden bekommt die Tinctur und das Eiweiß eine schönesmaragdgrüne Farbe. Ammoniak mit Kaffeebohnen in Berührung färbt siegelb und immer gesättigter; verdunstet das Ammoniak an der Sonne, sowird die Flüssigkeit schön grün. Pfasf (Schw. Jahrb. 182s. XXIl. S.Zzz.) leitet diese Erscheinungen von der in den Kaffeebohnen enthaltenenGallussäure her, welche durch das freie kohlensaure Natron im Eiweiß grüngefärbt werde. (Vergl. Oal!-«;.)

Runge (Neueste phytochemische Entdeckungen iste Lieferung S. 144.)hat auf seine Weise den Kaffee behandelt. Er schüttelte die Bohnen mitkaltem Wasser, schlug den filtrirten Auszug erst durch Bleizucker, danndurch Bleiessig nieder und zersetzte den Niederschlag durch Schwefelwasser-stoffgas. Aus der überstehenden Flüssigkeit will Runge durch Abrauchenund Wiederauflösen in Alkohol zwei besondere Sauren erhalten haben. Die