§oo
in seiner Meise als die Mutterpflanze des Ammeharzes bezeichnet worden,dasjenige Harz, welches die Engländer Amme nennen. Die Engländer ge-ben aber allgemein jenem hellen, klaren, in großen Kuchen oder in Stückenvon unregelmäßig großmuschligem Bruche zu uns kommenden Harze, wel-ches man bei uns Kopal nennt, den Namen Änime. In Brasilien nenntman das Harz Promisen« Lopal, kiesina >ke sstobs oder litsirica. Unterletzterer Benennung kommen einige sehr schöne, gold - oder weingelbe Sor-ten von Kopal aus Parä in den Handel, welche wahrscheinlich auch Hywe-näen angehören, und in England zu feinen Firnissen verwendet werden.
Die von Martins bezeichnete Pflanze ist:bl^'meime« Lourbzril b.inn. Der Heuschreckenbaum.
sexual. LI. X. Orck. 1. OecanUria lVlonvMnia.
Orck. natursl. Oeßuminosae. fl'rih. Lasrieae OL.
Dieser Baum, der in Brasilien, wo er ckatobs (sprich Schatoba) und7atai heißt, aus den Antillen und in Neuspanien wild wächst, erreicht eineaußerordentliche Größe und Dicke, hat eine braune Rinde, und ein äußersthartes, schweres Holz. Die Blätter sind gepaart, zwei glatte, vvllgrüne,lederartige, längliche, kurz oder stumpf zugespitzte, an der Basis ungleiche,etwas gekrümmte Blättchen- Die geruchlosen gelben Blumen mit 5 fastgleichen, glandulvsen Blumenblättern stehen in Rispen. Die Früchte sindlängliche, zusammengedrückte, holzige, einen halben Fuß lange Hülsen.Sie sind mit einem gelblichen etwas markigen Mehle erfüllt, welchessüß und genießbar ist, und enthalten wenig Saamen.
Von dieser Pflanze, ferner von kk^menaes verrucora und einigenandern noch unbeschriebenen Arten derselben Gattung, kommt nach».Martins der westindische Kopal.
Der ostindische Kopal stand sonst, als die feinste Sorte, in höhe-rem Preise, jetzt ist er in den schlechteren Sorten mit dem westindischenin gleichem Preise, in den feineren Sorten aber um die Hälfte desPreises zu beziehen.
Der westindische Kopal besteht aus sowohl der Größe als der Formnach sehr verschiedenen Stücken von einem Quentchen bis vier Unzen^die inder besten Sorte, dem sogenannten geschälten Kopal, von weißgelblickerFarbe und beinahe- so durchsichtig wie Glas sind. Die Oberfläche ist ge-wöhnlich etwas matt, der Bruch aber glasglänzend. Er ist so hart, daßer kaum von dem Messer angegriffen wird, und er wird desto höher ge-schätzt , je härter er ist. Er ist geruch - und geschmacklos, und nur erst inder Hitze verbreitet er einen gowürzhaften Geruch.
Der ostindische Kopal besteht aus citronengelben oder röthlichgelbenStücken von mancherlei Gestalt und Größe, die gleichfalls klar und durch-sichtig , im Bruche glatt und glasig, überhaupt dem Bernstein ähnlich sind.Die Oberfläche ist nicht bloß matt, sondern häufig rauh, mit kleinen Punk-ten besäet, wahrscheinlich von her Baumrinde, an der er erhärtet ist. DerGeruch ist nicht stark, aber etwas gewürzhaft, dem Copaivabalsam ähnlich,