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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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404
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Ol'ocus

Farbe, mit gelber Basis, in drei Einschnitte gespalten, mit et-was gerissenen Spitzen, von gewürzhaftem süßlichem Geschmacke,und einem angenehmen narkotischen Gerüche, mit einem gesät-tigt gelben, in Weingeist und in Wasser gleich auflöslichenFarbestoff begabt. Man hüte sich vor verschiedenen unterge-mischten fremdartigen Dingen, die durch ihre Gestalt sich er-kennen lassen, so auch vor Safran, dem das färbende Principentzogen ist.

Lrocua istivur Dinn. Aechter Safran.

Abbild. Düffeld. Sammt, offic. Pflnz. Lief. II. Taf. 17.

Hayne Arzn. Gew. Bd. VI. Taf. 25.

§^5t. iexu->I. 61. III. Orü. 1. IHanäriL lVIonog^nia.

Orü. nstural. Iriäese.

Der Safran ist ein ausdauerndes Zwiebelgewächs, welches in mehrerenLändern des Orients, auch in Sicilien und in einigen Gegenden Italiens,auf den thracischen, helvetischen und pyrenäischen Alpen, in Spanien undPortugal, der Türkei u.s. w. auf Bergen und in Thälern wild wächst.I» Spanien, Frankreich, Sicilien, Böhmen, Niedervstreich an der Donau,Baiern, Schlesien und andern mittägigen Provinzen Deutschlands wird er<n Gärten und auf Feldern mit vielem Fleiße angebaut und durch Culturvervollkommnet. Bei uns wird er häufig als Zierpflanze in Gärten gezo-gen, wo er durch Verschiedenheit und mannigfache Abänderung der Farbeder Blumen einen angenehmen Anblick gewährt.

Die Wurzel ist eine rundliche Zwiebel von der Größe einer Nuß, mitlangen Wurzelfasern an ihrem untern Theile. Die linienförmigen, spitzen,schmalen, auf der obern Fläche rinnenförmigen Blätter erscheinen in einemBüschel nach der Blüthe aus der Wurzel, am Grunde von mehreren un-gleichen , schief abgestutzten weißen Scheiden umgeben. Zwischen den Blät-tern, welche jedoch erst später hervorkommen, erhebt sich die Blume, beste-hend aus einer Dlumenhülle (Lerisntiiium) mit sehr langer Röhre, die sichin einen glockenförmigen, sechslappigen, veilchenblauen Saum erweitert, aus3 Staubfäden mit pfeilförmigen Staubbeuteln, die auf dem Schlunde derRöhre sitzen, und aus einem Fruchtknoten, der unterständig ist und meistin der Zwiebel steckt, sich aber in einen sehr langen Griffel endigt, welchersich innerhalb der Röhre der Blüthenhülle in 3 Narben spaltet, deren jederöhrenförmig eingerollt, nach der Spitze zu dicker werdend, am Entwändevierzähnig ist, mit zugerundeten, feingekerbten Zähnen, am Grunde gelb-lich, nach dem Ende zu immer dunkler ins Safrangelbe, fast bistnsScbar-lachrothe übergehend. Die Frucht ist eine eiförmige dreiklappige Kapsel.

Der Safran blüht im September und October. Die Fortpflanzungdesselben geschieht durch die Zwiebel». Er vermehrt sich durch tue Wurzel-