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wo es mit dem Safran in Berührung kommt; nach 24 Stunden ist dieFarbe dunkler, beinahe röthlich, die Tinctur besitzt dann einen faden,hinterher schwach bittern Geschmack. Sie röthet das Lackmuspapier, unddiese Farbe läßt sich durch Abwäschen nicht abbringen. Salpetersäure inkleiner Menge macht die Farbe der Flüssigkeit dunkler, in größerer Mengehellgelb. Wenig Chlor zerstört die Farbe augenblicklich. Kalkwasser schlägtgelbliche Flocken nieder. Barytwaffer erzeugt einen röthlichen sehr häufi-gen Niederschlag, der in Salpeter- und Salzsäure, und zum Theil indestillirtem Wasser auflöslich ist, daher denn auch die überstehende Flüs-sigkeit etwas gefärbt bleibt. Das krpstallisirte essigsaure Bleioryd erzeugtbeinahe keinen Niederschlag, das basische hingegen einen sehr häufigengelben. Das salxetersaure Quecksilber und das salzsaure Ainn bilden einenröthlichen Niederschlag. Alkohol schlägt weiße Flocken nieder, Aetherbleibt ungefärbt über der Flüssigkeit schwimmen. Erhitzt man die wäßrigeTinctur bis zum Sieden, so sondern sich kleine weiße Fäden ab, die sichzu Boden setzen, und die sich in allen Stücken wie Eiweiß verhalten.Raucht man die Tinctur ab, so bleibt eine röthliche glänzende Massezurück, welche die Feuchtigkeit der Luft anzieht. Mit Alkohol behandeltwird dieses Ertract in zwei Substanzen zerlegt: ») in den färbendeneigentlichen Safranstoff, der sich sowohl in Alkohol als in Wasser löst, undl>) in eine gnmmige Materie, die man jedoch nicht von aller braunenFarbe befreien kann, und die mit Salpetersäure Schleimsäure giebt. Von2« Grammen Safran blieben nach 15 Abkochungen nur 2 Grammen zurück,aus denen siedender Alkohol noch eine wachsartige Materie auszog.
Um die färbende Materie des Safrans, welche schon von Bverbän-de als in Weingeist und Wasser auflvslich erkannt worden ist, zu erhalten,wurde derselbe mit absolutem Alkohol ausgezogen, und nach dem Abdam-pfen der geistigen Auszüge eine gelbröthliche Masse erhalten, die, solange sie heiß war, glänzend und durchsichtig war, und die man in Schup-pen losmachen konnte; sobald sie zn erkalten anfängt, zieht sie die Feuch-tigkeit der Luft an und bekommt eine klebrige Konsistenz, was aber nichtvon einem Gehalt an zerfließlichen Salzen, deren sie keines enthält, her-rührt. Diese Materie nannten sie Polvchroit (Vielfärber, von voXvcvielund 2^0« die Farbe), und bezeichnen sie durch folgende Eigenschaften:
») Sonnenlicht und Chlor zerstören das Polychrpit gänzlich.
K) Eine kleine Menge färbt eine große Menge Wasser safrangelb.
°) An der Lust zerfließt es, ohne zerfließliche Salze beigemischt zuenthalten.
6) Die weingeistige Lösung wird durch Wasser nicht gefällt,
0) Einige Tropfen Schwefelsäure theilen der auf den Wänden des Gla-ses ausgebreiteten Lösung des Polychroits eine indigblaue Farbe mit, diedann ins Lila übergeht. Dasselbe blaue Farbenspiel zeigt unter gleichenUmständen auch die geistige Safrantinctur, und die safranhaltige Opium-