Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
418
JPEG-Download
 

4i8

6ux»rurn

Dieses Metall war seit den ältesten Zeiten, weit früher als das Eise»bekannt. Es machte den Hauptbestandtheil in den Waffen und schneidendenWerkzeugen der ältesten Völker aus, welche gewöhnlich aus Kupfer iimZmnverseht bestanden. Die Griechen und Römer erhielten die größte Mengeihres Kupfers von der Insel Cppern, woher es den Namen Lz-priuin be-kam, welches nachher in Luprum umgeändert »vordem

Das Kupfer kommt ziemlich häufig vor, und zwar gediegen, oderals Orydul oder Orpd, am häufigsten aber durch Schwefel vererzt. Gediegenkommt es in den reichen Kupfergruben Nordamerikas oft in großer Mengevor. Die bei weitem größte Menge Kupfer wird aber aus dem Schwefel-kupfer, welches gewöhnlich noch andere Schwefelmetalle, als Schwefeleisen rc>,beigemischt enthält, dadurch gewonnen, daß dieses wiederholt geröstet undgeschmolzen wird, wobei sich Arsenik und Schwefel verflüchtigen, das Ku-pfer aber ausgeschmolzen und nachher noch vielfach gereinigt wird. Ausden Cämentwaffern (schwefelsaures Kupferorpd enthaltend) wird es durch Ei-sen metallisch ausgeschieden.

Dieses Metall hat eine eigenthümliche rothbräune Farbe, ist stark glän-zend, hart, klingend, sehr hämmerbar und streckbat, von beträchtlicher Zähig-keit und 8,667 bis 8,7LZ spec. Schwere. Es hat einen etwas adstringl-renden Geschmack, und läßt beim Reiben einen beschwerlichen eigenen Ge-ruch erkennen, der sich auch zeigt, wenn man es mit schweißigen Händenansaßt. Bei einem Grade der Wärme, der noch lange nicht an die Glüh-hitze reicht, bemerkt man auf dem polirten Kupfer verschiedene Reihen pris-matischer Farben. Das rothe Farbenbild jeder Reihe wird man immer deutEnde zunächst bemerken, welches am meisten erhitzt worden ist. OhneZwestfel muß diese Wirkung der Oxydation zugeschrieben werden, denn bei einemgrößeren Grade der Hitze geht dieselbe rascher von statten, so daß sich dünnepulverige Schuppen auf der Oberfläche bilden, die man leicht abreiben kaun(Kupferasche, Kupferhammerschläg). Zu gleicher Zeit erhält die Flammeder Feuerung eine schöne bläulichgrüne Farbe. Bei einem noch größerenHitzgrade, bei-I- 788 C., schmilzt das Kupfer mit bläulichgrüner Farbe,kocht und wird zum Th. im metallischen Zustande verflüchtigt. Bei lang-samem Erkalten krystallisirt es.

Das Kupfer hat zum Sauerstoffe nur eine schwäche Verwandtschaft;zwar rostet es schon an der Lust etwas, doch ist die gebildete Rostschichtäußerst dünn und beschützt das darunter liegende Metall. Die Verbindun-gen des Kupfers mit dem Sauerstoffe werden von dem Wasserstvffgase beieiner Temperatur aufgehoben und das Metall reducirt, welche bei weitemnoch nicht zum Glühen reicht. Erhitzt man Kupferoryd auf einem kleineneisernen, an einem Korke befestigten Löffel, und taucht ihn schnell in einemit Wasserstoffgas gefüllte Flasche, weiche dabei durch den Kork verschlossenwird, so wird das Oryd augenblicklich glühend, scheint zu brennen, middie inneren Wände der Flasche beschlagen sich mit Wasser. Nach dem Er-kalten findet man das Kupfer reducirt.