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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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432
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4^2 OiAlkttlis

Die der Vorschrift gemäß nur von der wildwachsenden Pflanzebeim Anfange der Blüthe und bei krvcknem Wetter gesammelten Blät-ter besitzen einen unangenehmen, ekelhaften, scharf bitterlichen Ge-schmack, und gequetscht einen eigenen widrigen Geruch, der sich aberbeim Trocknen verliert. Die getrockneten Blätter dürfen ihre grüne Far-be nicht verloren haben, und es mochte zweckmäßig seyn, nachBuchner'sVorschlag sie zerkleinert in verstopften Flaschen vor der Sonne geschütztaufzubewahren, so wie auch das sogleich nach dem Trocknen bereitetePulver, da der wirksame Bestandtheil, wie wir weiter unten sehenwerden, aus der Luft Feuchtigkeit anzieht, und leicht zersetzt werden kam.

Zuweilen sollen die Blätter des Fingerhuts verwechselt werden mitden Blättern des Wollkrautes (Verl-srcum Illspaur lllinn.), welcheaber dicker, auf beiden Seiten wollig, viel weicher anzufühlen, undweißlich oder graugrün sind; so auch mit den scharf anzufühlenden, amRande ungekerbten, mit kleinen Borsten besetzten Blättern des Bein-wells (8)-mpd)-luin vlllcinsle dünn.)

Der gesättigte kalte Aufguß des rothen Fingerhutes ist braun, ge-ruchlos, von sehr scharfem bitterm Geschmacke. Vier Unzen Wassernehmen von einer halben Unze Kraut durch eine kalte Digestion von36 Stunden beinahe alles Auflösliche und Schmeckbare auf. Schwefel-saure Eisenauflösung verändert die Farbe des beinahe zur Wasserklarheitverdünnten Aufgusses ins Grüne, der gesättigte Aufguß wird dann schwarz-grün; salpetersaure Quecksilberauflösung bringt darin einen fleischfarbigenNiederschlug hervor, ähnlich demjenigen, welchen dieses Reagens auchin der Auflösung des Ertractstoffes des Schierlings bewirkt. Die Ab-kochung des rothen Fingerhutes wird vom schwefelsauren Eisen beinaheschwarz wie Tinte. Der rectificirte Weingeist zieht in der Digestions-wärme eine sehr gesättigt grüne, sehr bitter, scharf und widrig schmek-kende Tinctur aus, die von zugesetztem Wasser nicht milchig wird.

D--'stauch es (Trommsd. I. XViik. 2 . S. 419.) erhielt aus4UnzenKraut durch Infusion 2 Unzen eines sehr braunen und glänzenden Ertratts,das viel essigsaures Kali enthielt. Das rückständige Kraut wurde mitA-kvhol ausgezogen; dieser Auszug bis auf einige Unzen concentrirt, setztebeim Erkalten einen Niederschlag von 7Z Granen ab, der eine dunkelgrüneFarbe, einen unangenehmen giftigen Geruch, und die Consistenz des Talgeshatte, jedoch klebriger war, und im Uebrigen alle Eigenschaften des grünenfärbenden Harzes der Pflanzen besaß, das wahrscheinlich dem stark anhän»genden narkotischen Princip seinen Geruch verdankte. Die überstehende gei-stige Flüssigkeit war braungelb, und gab abgeraucht ein Crtracr, dem nochetwas grünfärbende Materie beigemischt war.

Haase (OUrert. lle Oi'gitsli purp. 1812.) erhielt aus IMTh. der getrockneten Blätter: Faserstoff, mit etwas verhärtetem Eiweißverbunden, 52,0; grimmige und schleimige Substanz, mit sehr wenig Kaliund Weinstein, is,o; sauerkleesauresKali 2 , 0 ; harzige Substanz, 5,s;