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§55
Walzenrunde Zweige von der Dicke eines Federkiels, mit einerleichten graulichgrünen Rinde bedeckt, von einem süßlichen bitterlich-scharfen Geschmacke, und etwas narkotischem Gerüche, Im Spät-herbste oder im ersten Frühlinge einzusammeln.
8olsnuin OuIvAinsra Oinn. Kletternder Nachtschatten. Bittere,süß. AlfrankeN.
Abbild. Düsseld. Samml. ofsic. Pflnz. Lief. IV. Las. ij»Hayne Arzn. Gew. Bd. II. Taf. 39.rexusl. LI. V. Orä. 1. kentsnärm Vloüoß^niÄ.
Orä> NLtursI. 8olLireLe.
Dieser Strauch wird durch ganz Deutschland und im übrigen Europaan feuchten sumpfigen Orten, in unfruchtbaren Gebüschen, an schattigenUfern, an Teichen, Graben, Hecken rc. angetroffen. Er erreicht eine Höhevon iv-15 Fuß, und windet sich an Bäumen und Sträuchern auf.
Die dünne, ästige und faserige Wurzel treibt einen rebenartigeN, kletsternden oder liegenden, hin - und hergebogenen, runden, etwas eckigen, bieg-samen, glatten, holzmarkigen, mehrere Fuß langen Stengel ohne Stacheln.Die Rinde der ältern Stengel ist bräunlichgrün, rissig und runzlig, die derlungern Zweige blaßgelb oder grünlich. Die gestielten abwechselnden Blat-'ter sind ganz ungetheilt, spitzig, glatt auf beiden Flächen, unten zuweilenetwas weichhaarig; die untern eiförmig - herzförmig, die obern spießförmig,oft an ihrem Grunde in Lappen geschnitten. Die Blumen, gegen das Endeder Zweige in kleine, kurze, seitwärts überhängende, den Blättern gegen,überstehende Doldentrauben geordnet, sind von violettblauer Farbe. DerKelch ist einblättrig, bleibend, in fünf stumpfe Einschnitte getheilt. Dieradförmige einblättrige Blumenkrone theilt sich in fünfetwas schmale,spitzige, zurückgeschlagene Lappen. Die fünf Staubbeutel von schön gelberFarbe sind etwas zusammengewachsen. Die Frucht ist eine glätte, läng-lichrunde, zur Zeit der Reife rothe saftige Beets.
Die Blüthezeit ist Juni bis August.
Die Wurzel, die Stengel und die Zweige geben frisch gequetscht oderstark gerieben einen widrigen, ekelhaften, betäubenden Geruch von sich, wel-cher sich aber durchs Trocknen verliert; sie schmecken anfangs merklich bit-ter, lassen aber einen weichlich-süßlichen Geschmack im Munde zurück. Mansammelt die Stengel zu den angegebenen Jahreszeiten bei trockenst Witte-rung und so viel wie möglich von Pflanzen, die auf trocknem Standortewachsen. Unter der blaßgelben Oberhaut befindet sich eine grüne Rinde,und die mit schwammigem Marke angefüllte Röhre ist bei ganz jungenZweigen hohl. Man wählt zum Arzneigebrauche die zwar noch jungen,aber doch schon markigen Stengel, von der Dicke eines Gänsekiels und drü-pfr. Auch müssen sie jährlich frisch gesammelt werden, da sie durch dieLange der Zeit austrocknen, und Geschmack und Kräfte verlieren.