Llslerium
456
abführen, daß 30 einen Hund innerhalb ro Minuten todten. Die ganz«Pflanze wird auch von den Schafen verschmäht.
Wegen ihrer stark wuchernden Wurzel ist die Pflanze von Gleditschzum-Austrocknen der Sümpfe und zur Befestigung der Ufer und Dämmeempfohlen worden,
**L1st6r!um. Elaterium.
lVIomoräicg LIsterivm l.inn. Efelsgurke; Springgurke; Svritzgurke.
Abbild. Düsseld. Samml. offic. Pflnz. Lief. XVI. Taf. II.
Hapne Arzn. Gew. Bd. Vlll. Taf. 45.
8^5t. zexual. LI. XXI. OrZ. 8. IVlonoecia lVlokisüelpbi'a.
Orst. natural. Luourbilscese.
Eine jährige im südöstlichen Europa einheimische, bei uns in Gär-ten gezogene Pflanze, mit etwas ästiger Wurzel, niederliegendem, ge- !fnrchtem, weichstachlig - kurzhaarigem, ästigem Stengel, sehr lang geftiel- >ten, abwechselnden, dreieckig-herzförmigen, stumpfen, fast ausgeschweiftgekerbten, wellenförmig - runzligen , oben weich - stachligen, unten fastfilzig - kurzhaarigen Blättern. Die einhäusigen Blumen blattachselständia,die männlichen in langgestielter , wenigblumiger Doldentraube, die weib-lichen einzeln, langgestielt, in derselben Blattachsel mit den männlichen.
Die Frucht eine längliche, weichstachlige, grüne Kürbisfrucht, dreifächrig,mit Saft erfüllt, bei der Reife sich am Grunde vom Blumenstiel tren-nend, und durch diese Oeffnung den Saft mit den zahlreichen, umge-kehrt - eiförmigen, glatten Saamen wegspritzend.
Die Pflanze blüht im Juli und August; die Früchte reifen spät im Herbst. :
Aus den halbreifen zerschnittenen Früchten bereitet man das Elate-rium, wovon es zwei Arten giebt. Das weiße, kllaterium »Ibuw, istdas aus dem freiwillig ausfliesenden Safte der Frucht zu Boden gefal-lene und an der Sonne getrocknete graulichweiße Satzmehl, das in zer-reiblichen, einige Linien dicken Massen zu uns kommt, geruchlos, vonbrennendem Geschmacke, schwer auflöslich, aber leicht entzündlich ist.Pfaff vermuthet, daß es ein demVeratrin ähnliches Alkaloid enthalte.
Es kommt nickt mehr vor. Das schwarze Elaterium, L, nigruw, be- !reitet man, indem der ausgedrückte Saft über gelindem Feuer zur Er-tractdicke eingekocht wird. Es bildet eine trockne, dunkelgrüne, auf demBruche etwas glänzende Masse, die sich in Weingeist und Wasser mitröthlicher Farbe auflöst, und einen bitterlichen widerlichen Geschmackbesitzt. Nach Dr. Paris (TrommSd. N. I. VI. i. S. Z5g; Buchn.Repert, xiu. S-271.) besteht das Elaterium aus: Wasser 4; Ertractiv-stoff 2ü; Satzmebl 28; Kleber s; einem eigenthümlichen harzigen (Elaterin)und einem bittern Stoff 12; Holzfaser 28, Das Elaterin findet sich bloßin dem die Saamen umgebenden Safte, und zwar in so geringer Menge,daß 4«> Stück Springgurken nur 6 Gran geben, wovon aber schon z Grandie heftigste purgirende Eigenschaft äußert. Um das Elaterin darzustellen,