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Aepfelsäure und Kalkerde. 20 Gr. Euphorbium wurden wiederliolt mirheißem Alkohol ausgezogen. Die concentrirten Tincturen trübten sichbeim Erkalten, und nach s Tagen hatte sich ein gleichsam gallertartigerweißer körniger Stoff abgelagert, der s ,4 Gr. wog, und sich gänzlichwie Wachs verhielt. Nur hatte er eine leichte Schärfe behalten. Wasder Alkohol unaufgelöst gelassen hatte, wurde nun mit Wasser ausge-kocht, und so blieben endlich 2,7 Gr. Holz und Dornenreiser zurück. Diewäßrige Auflösung bildete beim 'Verdunsten auf der Oberfläche eine Fir-nißhaut, und zuletzt blieb ein brüchiger Stoff in glimmerartigen Blätternzurück, welcher sich als äpfelsaurer Kalk zeigte, und welchen Laudetfür gummigen Ertractivstoff genommen hatte. Aus der geistigen Tincturstellte Braconnot das Harz dar, das eine röthliche Durchsichtigkeitund außerordentliche Schärfe besaß, aber von der Schwefel - und Salpe-tersäure vollkommen aufgelöst wurde. Dieser Analyse zufolge enthaltenivoTH. Cuphorbium: Wasser 5,0 ; Wachs 19,0; holzigen Stoff 15,5;äpfelsauren Kalk 20,5; äpfelsaures Kali 2,0; Harz Z 7 ,o; Verlust z,o.
Spater hatte John (Chem. Schriften II. S. 19.) in dem frischenSafte der Luschorkis (Hapne II. 22') eine kautschukartige
Substanz aufgefunden; dieses veranlaßte Hrn. Mühlmann (Verl.Jahrb. 1818. S. 141 .), diesem Bestandtheile auch in dem Euphorbiumnachzuspüren, und er fand ihn wirklich. Nach seiner Analyse bestehenrm Th. des ausgesuchten Euphorbiums aus: gelblichem scharfem Harze270; Wachs 70 ; Kautschuk 16; äpfelsaurem Kalke 96 ; äxfels. Kali 10;holzigem Rückstand 20 ; Verlust 6 . 8 . — Zoo.
Eine noch ausführlichere Analyse verdanken wir Hrn. Brandes(Buchn. Repert. VI. S. 145 ). Bei der Behandlung mit Alkohol in derDigestionswärme zerging, schon ehe sie angewandt wurde, ein großerTheil des Euphorbiums zu äußerst feinen zusammenhängenden weißlichenFlocken, und nach der Digestion hatte sich über dem körnigen Boden-satze ein feinerer mehr flockiger abgelagert, der auf einem Filter beson-ders geflmmelt wurde. Diese Ausscheidung von Flocken zeigte sich beimwiederholten Ausziehen mit absolutem Alkohol auch dann noch, als die-ser sich nicht mehr färbte. Bei der Vereinigung der concentrirten undder weniger gefärbten Tincturen, um sie gemeinschaftlich der Destillationzu unterwerfen, fand eine Trübung statt, die beim Kochen der Flüssig-keit sich anfänglich in Flocken auflöste und zuletzt verschwand, worausman schon mit ziemlicher Sicherheit auf einen Wachsgehalt schließen konnte.Dieser wurde aus dem Rückstände der Destillation durch kochenden Alko-hol gewonnen, und auf seinen Gehalt an Cerin und Myricin geprüft. Diegleich im Anfange aus dem Euphorbium ausgeschiedenen Flocken warennicht, wie zu vermuthen stand. Wachs, sondern ein Gemisch von äpfel-saurem Kalke mit einem geringen Antheile von schwefelsaurem Kalkeund Kautschuck. Die dem in Weingeist aufgelösten Harze beigemischtenSubstanzen wurden durch Wasser geschieden und durch Versuche geprüft.