Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
442
JPEG-Download
 

442 Luxkorbiuin

Phorbus hieß, und welchem zu Ehren der König diese Pflanze Lu-pkorkis nannte, erhalten.-

Die Wurzel derselben ist dick, länglich, fleischig und an ihrem unternTheile in große Zweige getheilt. Der Stengel erhebt sich zu einer Höhevon 3 — 4 Fuß. Er ist gerade, sehr dick, fleischig, saftig, nackt undauf seiner ganzen Länge tief gefurcht, wodurch sehr hervorstehende Winkelgebildet werden, an deren Ecken, statt derBlätter, sich steife, weißliche,pfriemenförmige, krumme Stacheln befinden, die aus einem kleinen,ovalen Knöt-chen entspringen und zu zweien beisammen stehen. An demStengel bilden sich hier und da eiförmige, stumpfe, gefurchte Knospen,die sich in der Folge in Beste verlängern. Die Blüthen sind klein, vongelbgrüner Farbe, und sitzen auf den Winkeln am Ende des Stengelsnnd der Neste. Der Kelch ist einblättrig, bauchig, 4 — 5 zähnig, blei-bend , und trägt auf dem Rande 4-5 mit den Kelchzähnen alternireu-de stumpfe, fleischige Blumenblättchen. Rund um ein gestieltes, dreikan-tiges, dreifächriges Ovsrium sitzen 12 und mehr fadenförmige gegliederteStaubfäden. Die Frucht ist eine dreiköpfige, dreifachrige Kapsel ctlagwlatricocaa), die in jedem Fach einen Saamen hat, und elastisch aufspringt.

Der aus der geritzten Rinde der Euphorbia fließende scharfe und dannan der Pflanze erhärtete Milchsaft giebt das officinelle Euphorbium.

Wir bekommen es aus der Barbarei in dichten ledernen Säcken.Es besteht aus erbsengroßen, auch wohl etwas kleineren oder größerenStücken von verschiedener, kugeliger, länglicher, eckiger, oder ästigerGestalt. Die Stücke sind von dem Ansetzen und Eintrocknen des Saftesan den Stacheln der Pflanze häufig ausgehöhlt, und daher mit zweikleinen Löchern versehen, oder sie halten noch die Stacheln eingeschlos-sen. Auswendig haben sie eine schmutzig gelbliche oder rothbräunliche,inwendig weißliche Farbe, sind trocken, zerreiblich, leicht, und insgemein mitfremdartigen Theilen, besonders auch mit Bruchstücken jener Stacheln ver-unreinigt. In gewöhnlicher Temperatur ist das Euphorbium ohne Geruch,angezündet verbreitet es einen eben nicht unangenehmen Geruch und brenntmit Heller Flamme. Beim Kauen scheint es anfänglich geschmacklos zu seyn,nachher aber verursacht es einen äußerst ätzenden und brennenden Geschmack,der sehr lange anhält, und der sich nur durch Ausspühlen des Mundes mitOel mildern läßt. Der beim Pulvern aufsteigende Staub erregt, wennman sich nicht sehr sorgfältig durch ein vorgebundenes nasses Tuch davorschützt, ein sehr heftiges und anhaltendes Niesen, und entzündet das Gesicht.

Die größeren, trocknen, weißlichen Stücke sind die besten-

Lau det (Trommsd. I. V1I>. 1 . S. 394.) schied aus lOüaTH-Eu-phorbium: Harz 640; Gummi 2 . 3 z; unaufgeköster Rückstand 93; Verlust Z-

Jn Braconnot's Zerlegung (Trommsd. I. XVUl. 2 . S. 175.)verlor das Euphorbium durchsTrocknen in gelinder Wärme ^ seines Ge-wichts an Feuchtigkeit. Von 4 Grammen blieben nach dem Kochen mitvielem Wasser ; Grammen unaufgelöst. Die wäßrige Auflösung zeigte