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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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495
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OsIlAg

§95

lensaure Alkalien an. Kommen diese mit Gallussäure in Berührung, soentsteht im ersten Augenblicke eine gelblich - bräunliche Färbung, die aber insehr kurzer Zeit sich in Grün verwandelt, und dieses Grün wird immer in-tensiver, von der mit der Atmosphäre zunächst in Berührung stehenden Ober-stäche nach innen zu, und selbst bei einer ziemlichen Verdünnung der Gal-lussäure noch so intensiv, daß man die Farbe eine schwarze nennen könnte.Der Gerbestoff wird durch die Alkalien reichlich flockig niedergeschlagen, unddie überstehende Flüssigkeit zeigt eine braune Farbe, ohne daß diese in län-gerer Zeit in Grün verwandelt würde. Daher ist auch Gallussäure einempfindliches Reagens, um kohlensaures Natron in Mineralwässern und inthierischen Flüssigkeiten durch allmälige Entwickelung der grünen Farbe un-ter dem Zutritte derLuft anzuzeigen. Daß nicht die Gallussäure, sondernallein der Gerbestoff (in der geistigen Galläpfeltinctur) die Pflanzenbasenfälle, fand auch Pfasst

Wenn die durch Schimmeln in einem Galläpselaufguß erzeugten brau-nen Krystalle von Galläpfelsäure in Wasser oder Alkohol aufgelöst werden,so lassen sie ein graues Pulver unaufgelöst, welches sich in einer Auflösungvon kaustischem Kali größtentheils auflöst. Sich selbst überlassen setzt dieseAuflösung in dem Maße, als sich das Alkali mit Kohlensäure aus der Lustsättigt, kleine perlmutterglänzende Schuppen ab. Diese Schuppen bestehenaus einer Verbindung von Kali mit einer in den meisten Auflösungsmittelnunauflöslichen Substanz, welcheBraconnot chcicke ellsgigue genannthat, in welchem Namen das Wort 0->lle (Gallapfel), rückwärts gelesen,enthalten ist. Wird dieser Riederschlag mit verdünnter Chlorwasserstoffsäuredigerirt, so wird das Kali ausgezogen, und es bleibt ein gelbgraues Pul-ver zurück, welches weder von kaltem noch von kochend heißem Wasser aufgelöstwird, keinen Geschmack besitzt, kaum die Farbe des Lackmuspapiers verän-dert, weder von Alkohol noch von Aether aufgelöst wird, und welches dieelisgi^ue ist. Von Salpetersäure wird sie mit Entwickelung vonEtickstofforydgas zu einer blutrothen Flüssigkeit aufgelöst, die sich bei fort-gesetzter Erhitzung in Oralsäure verwandelt. Von kohlensaurem Kali wirdsie nicht aufgelöst, und vermag selbst beim Kochen die Kohlensäure nichtanszutreiben. Diese Substanz, die weniger elektro-negativ als die Absatzma-terie, vielleicht diese selbst, ist, verdient nach Berzelius nicht den Na-men einer Säure.

Davy giebt die auflöslichen Bestandtheile von Zoo Gran guter alep-pischer Gallapfel, die er so lange ausgezogen, bis sie erschöpft waren, fol-gendermaßen an: Gerbestoff- 1 Z 0 ; Schleim und durchs Verdunsten unauflös-lich gewordene Substanz 12 ; Gallussäure mit etwas Ertractivstvff51; rück-ständige Kalkerde und Salze 12 . 8. — 18Z Gran. Die eingeäschertenGallapfel gaben eine sehr beträchtliche Menge Kalkerde.

Bei der Destillation der Galläpfel mit Wasser geht zwar keine Gallus-säure über, denn das Destillat röthet Lackmuspapiec nicht und ertheilt denCisenorydauflösungen keine blaue Farbe, aber es verflüchtigt sich ein eigen-