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verbundene Gentianin kann man mit Sauerklee - oder auch Phosporsäuredavon abscheiden.
Das Gentianin hat eine schöne gelbe Farbe, keinen Geruch, aber einenstarken aromatischen bittern Geschmack, und von ihm rührt der bittere Ge-schmack der Enziauwurzeln her. Es ist neutral, und verändert daher wederdas blaue noch das gerathete Lackmuspapier (nach Büchner scheint es eherzu den aciden Pflanzenstoffen als zu den Maloiden zu gehören), lost sichleicht in Aether und Weingeist, und scheidet sich beim freiwilligen Verdam-pfen dieser Lösung in der Form gelber krystallinischer Nadeln ab. KaltesWasser wirkt zwar wenig darauf, aber es erhält doch schon dadurch einen/ehr bittern Geschmack; heißes löst mehr auf, und läßt daher beim Erkal-ten einen Theil wieder fallen. Verdünnte kalische Laugen machen die Farbedesselben dunkler, und lösen etwas mehr davon, als das bloße Wasser;Säuren bleichen die gelbe Farbe desselben bedeutend, und lösen es in be-trächtlicher Menge. Die mit der Schwefel - und Phosphorsäure erhaltenenLösungen sind ungefärbt, die mit den schwächer» Säuren, wie der Essig-säure, gelblich. Alle haben einen sehr bittern Geschmack. Die concentrirteSchwefelsäure-verkohlt dieseMaterie leicht, und die Bitterkeit verschwindet,so wie das Gleichgewicht der Bestandtheile derselben aufgehoben wird. Setztman dasselbe einer Hitze aus, die der der kochenden cvncentrirten Schwefel-säure gleich ist, so sublünKt sich ein Theil in der Form von kleinen gelbenkrystallinischen Nadeln, während ein anderer sich zersetzt. In der wäßrigenLösung des Gentianins wird durch den Bleiessi'g sogleich ein gelber, unddurch das salpetersaure Silber nach einigen Stunden ein sich bräunenderNiederschlag hervorgebracht, aber der Bleizucker, der salzsaure Baryt, dassanerkleesaure Ammoniak, das reine Ammoniak, Aetzkali und ätzender Queck-silbersublimat bewirken keine bemerkbare Trübung.
Werden die mit Aether ausgezogenen Enzianwurzeln mit starkem sieden-dem Weingeiste behandelt, so setzt sich beim Erkalten der heiß siltrirtenLincturen noch mehr von der vogelleimartigen Materie ab. DerabdestillirteWeingeist hat den Enziangeruch; der Rückstand löst sich bis auf etwas vo-gelleimartige und etwas fette Materie in Wasser, und diese rothfahle Lösungröthet Lackmuspapier, wird durch Talläpfelaufguß und sauerkleesaures Am-moniak getrübt, erhält durch schwefelsaures Eisenvrydul eine bräunlichgrimeund durch Kalten eine rothgelbe Farbe; giebt mit dem Bleiessig einen star-ken Niederschlag, wird aber durch den Leim, Brechweinstein, salzsanren Ba-ryt und Jod nicht im geringsten verändert. Zur Syrupsdicke abgedampft,giebt es ein durchscheinendes Ertract von rothfahler Farbisund einem lehrbittern Geschmacke, dem aber ein deutlicher süßer vorhergeht. Dieses Er-tract besteht aus einer gelben färbenden Materie, aus unkrpstallisirbaremZucker und aus Gentianin. Versetzt man die Lösung des Ertracts mitBleiessig, so wird eine große Menge der gelben färbende» Materie und eiltTheil des Gentianins gefällt. Läßt man nun durch die darüber stehendeLauge Hydrothivnsäure streichen, um das Blei abzuscheiden, filtrirt und