Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
504
JPEG-Download
 

5o4

Q^hh-Igii) wurde zuerst durch die Engländer, und besonders 1777 durchWright als ein kräftiges Wurmmittel bekannt. Nach Wright kommtsie bald in flachen, bald in zusammengerollten, selten über eine Liniedicken Stücken von etlichen Zollen bis einen Fuß Länge vor, ist außengrau, auf der innern Seite schwarz und gefurcht, hat einen faden,schleimigen, bitterlichen Geschmack und einen widrigen, bei der trocknenRinde besonders beim Pulvern und beim Uebergießen mit siedendemWasser bemerklichen Geruch. Das darüber abgezogene Wasser soll einigeSchärfe und einen widrigen Geruch haben. Die Abkochung mit Wassersieht braun aus, und liefert etwas über den sechsten Theil an gummi-gen,, mildbitterm, der geistige weingelbe Auszug aber ^ außerordentlichbitteres, anhaltend fast wie Pfeffer beißendes Ertract.

Die vor mir liegende jamaikanische Wurmcinde, von Hrn. Batkaerhalten , ist außen blaulichgrau, hin und wieder mit Flechten besetzt,unter der Epidermis sogleich in ein frisches Gelb übergehend, welcheshei dem innern Theile der starken Splintlage etwas ins Bräunliche über-geht. Diese Splintlage ist sehr faserig, daher die Rinde wohl in dieLänge splittert, aber nicht in die Quere bricht. Der Geschmack istkräftiger, bitterer, als bei der surinamischen Rinde.

Auch die jamaikanische Murmrinde wurde von Hüttenscbmidtchemisch zerlegt, und gleichfalls ein eigenthümlicher Stoff, Iamaicin,erhalten. Dasselbe krystallisirt in Quadrattafeln, ist undurchsichtig, gelbwie Gummigurt. In Wasser sind die Krystalle leicht auflöslich, etwasschwieriger in Weingeist. Die Lösung verändert weder Lackmus - nochKurkumepapier. Mit mehreren Säuren bildet es krystallisirbare, gelb-gefärbte, lösliche, bitterschmeckende Verbindungen. Als zweckmäßigere"Benennung ist Cabbagin vorgeschlagen worden. Als Bestandtheile derRinde werden angegeben: Iamaicin (Eabbagin); ein färbender Stoff!Gummi; Stärke; Wachs; Harz. 20 Th. Rinde gaben beim Einäschern0,68 Th. Asche, welche aus kohlens. und wenig salzs. und schwefelst Kali0,10; kohlens. o,4v und Phosphors. Kalke 0,14; wenig Magnesia 0,0sund Kieselerde 0,01 und einer Spur Eisenoxyd bestand.

Bei den mit den beiden entdeckten Stoffen angestellten Versuchenzeigten 2 Gran essigsauren Surinamins auf eine Taube und einenSperling gar keine Wirkung, wogegen eben so viel Iamaicin dieseThiere unruhig, zitternd machte, und nach einer kleinen halben Stun-de heftig abführte. Hiernach wäre diejenige Rinde, welche im Handelgewöhnlich als jamaikanische Geoffräa vorkommt, für die wirksamere zuhalten, wofür auch der kräftigere Geschmack zu sprechen scheint.

Ol^ozrr-l'kir!« eokinata. Die Wurzel. Süßholzwurzel.

eokinst» Ist,inn. Eine ausdauernde Pflanze dessüdlichen Rußlands.