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kleidet. Die Blumen stehen einzeln in den Blattwinkeln, von weißgelblicherFarbe mit weißröthlichem Rande. Der Kelch ist einblättrig, fünstheilig,die Blumenkrone gleichfalls einblättrig und hat eine eckige, etwas gekrümmteRöhre mit unregelmäßig vierlappigem Saum, dessen unterer Lappen ausge-redet ist. Von den 4 Staubfäden snrd nur 2 fruchtbar. Frucht: eineLfächrige, 2klappige Kapsel mir zahlreichen Saamen an säulenständigenMutterkuchen. Die Zeit der Blüthe ist Juni und Juli.
Diese Pflanze wird bisweilen verwechselt mit dem gemeinen Helm- oderFiebcrkraute (8culellsris Aslericulals), so wie auch mit dem schildförmigenEhrenpreis (Veronics reutellsls I^in».) und dem Ackerveilchen (Viola s»vevüs 4.MN.). Ersteres hat einen höheren, ästlgern, viereckigern Stengel,der eben so wie die Rückschärft der kurzgestielten, herz-lancettförmigen, ge>>.kerbten, runzligen, glatten, paarweise stehenden Blätter mit rückwärts ge-krümmten Borsten bekleidet ist. Der schildförmige Ehrenpreis unterscheidetsich durch seinen runden Stengel, seine zwar etwas lancettförmigm, abernur wenig zugespitzten, am Grunde ungezähnten, am Ende feingezacktenBlätter, so wie durch seine sehr lockeren, ästigen, weißen rothgestreiftenBlumentrauben, die Wechselsweise an den Seiten der Stengel stehen. Diedritte Verwechslung kann wohl nur sehr selten vorkommen, da die Verschie-denheit zu groß ist. Die Stengel der Viola srvenris sind dreikantig undweitschweifig, die Blätter länglich, rund, gezähnt, die untern ziemlich herz-förmig , oft so breit als lang und fast rund.
Die Gratiola hat keinen merklichen Geruch, aber einen ekelhaften undheftig bittern, scharfen, lange anhaltenden Geschmack. Ihre Brechen undPurgtren erregende Eigenschaft war schon den Alten bekannt. Durchs Trock-nen verliert sie einen Theil ihrer Kraft, und durch langes Liegen wird sieunwirksam. Die Bitterkeit der Gratiola grenzt am nächsten au die derKoloquinte. Der heiße Aufguß hat einen scharfen körbelartigen Geruch undgiebt mit dem salzsauren Eisenorvd eine lebhaft grüne Farbe.
Vau q uelin (Trommsd. I. X!X. i. S. 292.) hat die Pflanze zer-legt. Der ausgepreßte und filtrirte Saft ist wenig gefärbt, sein Geschmackscharf und bitter. Bei der Destillation ging kein flüchtiger Bestandtheilüber. Der zur Ertractdicke concentrirte Saft ließ, mit Alkohol behandelt,als unlöslichen Theil Gummi und äpfelsauren Kalk im Rückstände, woge-gen der Alkohol einen sehr bittern harzigen Stoff auflöste, der vermittelstder beigemischten Salze, namentlich des essigs. Kalis und salzs. Natrons,in vielem kochendem Wasser sich gleichfalls auflöste. Dieser Stoff, eigent-lich eine innige Verbindung von Harz und Ertractivstoff, ist als das ei-gentlich wirksame Princip anzusehen, und seine Auflöslichkeit in Wasserbedingt die große Wirksamkeit des Decocts der Gratiola. Außer diesen Be-standtheilen fand Vauquelin einen kleinen Antheil thierisch-vegetabilischerMaterie, ein grünes Harz, und in den durch Wasser uud Alkohol erschöpf-ten Theilen des Krauts oralst Kalk, Phosphors. Kalk, Phosphors. Eisenund Kieselerde.
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