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Die Rinde der nicht gar zu alten Aeste, mit glatter, roth-brauner Oberhaut, innen gelblich, von bitterm zusammenziehen-dem Geschmacke. Sie werde im Frühlinge gesammelt.
-leroulur Mppovsrtanuin Oinn. Gemeine Roßkastanie.
Synon. lti'ppocaitsnum vulgäre Oserln.
Abbild. Hayne Arzn. Gew. Bd. I. Taf. 42 .
Lz-st. sexual. LI. V!I. Orä. 1. Heplanckris lVIonog^m».
Orcl. nalursl. -leer» ckuss gen. Hippocaslsnese O6.
Dieser Baum, welcher über io» Jahre alt wird, und sich zu einerHöhe von wenigstens 60 Fuß erhebt, soll ursprünglich in den gemäßig-ten Gegenden Asiens zu Hause seyn. Jetzt ist er in dem größten TheileEuropas einheimisch, und wir finden keinen Baum, der, besonderszur Zeit der Blüthe, mit ihm verglichen werden könnte. Seine zahl-reichen, schönen auf weißem Grunde rosenfarbig und gelb gefleckten Blu-men, die sich an den Spitzen der Zweige in großen, aufrechten, pyra-midenförmigen Trauben aus der ausgebreiteten, buschigen, schattenrei-chen Krone erheben, gewähren einen sehr angenehmen Anblick.
Die officinelle Rinde wird im Frühjahre gesammelt, weder von zualten, noch von zu jungen Besten, und von dem noch anhängenden Splintegereinigt. Sie ist leicht, zähe, auswendig mit einer graubraunen, hin undwieder mit zarten Flechten besetzten Oberhaut bekleidet, wodurch sie ein derChinarinde entfernt ähnliches Ansehen bekommt; inwendig ist sie weißgelboder röthlich angelaufen. Ihr Geschmack ist bitter und sehr zusammenzie-hend ; ihr Geruch angenehm und besonders bemerkbar, wenn sie gekocht wird.
Die wäßrige Abkochung erscheint, so lange sie warm ist, gelbbraun,erkaltet aber blässer und trübe. Diese sowohl als die geistige Tincturund die Auflösung des Ertractes changiren, mit vielem Wasser verdünntund gegen einen dunklen Körper gehalten, oder von oben herabgesehen,himmelblau. Diese Eigenschaft verschiedener Stoffe, die Farbe zu changiren,wie man es z. B. bei dem rothen Steinöle, bei der Auflösung des sau-ren schwefelsauren Chinins und der Quassiatinctur (Kastn. Archiv VIII.S. 84 .) bemerkt, schreibt Hr. Raab (Kastn. Archiv. X. S. 121.) ei-nem eigenthümlichen vegetabilischen Stoffe zu, den er Schillerstoff nennt,und der unbezweifelt auch in dieser Rinde vorhanden seyn müßte. We-gen ihrer zähen Beschaffenheit ist die Rinde schwer zu pulvern.
Ollenroth erhielt aus iooo Gran Rinde: Faserstoff 774 Gran;Gerbestoff 8 o; Gummistoff 68 ; Ertractivstoff mit sehr viel Gallussäureverbunden 72; Verlust 6 .
Pelletier und Caventon (Trommsd. N. I. VI. 1. S. 11s.;Buchn. Repert. XII. S. 217.; Berl. Jahrb. XXIV. 1 . S. 77 .) konntenkein dem Cinchonin ähnliches Alkaloid entdecken. Sie erhielten: grünlichesfettes Oel; röthlichbraune harzige Materie; rothen Farbestoff; gelben