Hiruäo
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Füße suchen sie es dahin zu bringen, daß das Wasser sich möglichst trübt,damit ihnen kein Thier, welches auf die Oberfläche des Wassers kommt,entwische. Die Blutegel, theils durch die heftige Bewegung des Wassersbeunruhigt, größteulheils aber durch Jnstinct, das Blut des Fischers zusaugen, getrieben, kommen in Menge in die Nähe des letzter» und wer-den größtentheils von demselben schon bei ihrer Annäherung ergriffen,bevor sie sich ansaugen, zum Theil aber auch erst dann bemerkt, wenn sie durchden Biß die Füße des Fischers verletzten. Am besten werden diese nützlichenThiere gefangen nach einem vorhergegangenen Ungewitter, wo sie durchJnstinct gezwungen werden, auf die Oberfläche des Wassers heraufzukommen.
Die Aufbewahrung der Blutegel geschieht im Allgemeinen und gewöhn-lich in mit Flußwaffer nicht ganz angefüllten Gläsern, die mit Leinwandüberbunden werden, damit der Antritt der Luft nicht abgehalten werde. Sieerhalten sich ohne alle weitere Nahrung sehr lange, doch hat man bemerkt,daß sie einander selbst ansauge». Sie färben im Anfange besonders dasWasser roth, daher es nöthig ist, dieses öfters zu erneuern, damit es nichtin FLulniß übergehe, wodurch die Blutegel getödtet werden. Nach den Ver-suchen von Henry, Virey rc. ist nämlich Ammoniak den Blutegeln sehrschädlich, so wie vielen Reptilien, als Schlangen, Eidechsen, Salamandern,Kröten u. s. w., welche vielen heftigen Eindrücken mehr oder wenigerwiderstehen, von einigen Tropfen Ammoniakflüssigkeit aber getödtet werden.Deswegen ist es auch nicht räthlich, die Blutegel in den Officinen oder denApothekenkellern aufzubewahren, wo Ammoniakdämpfe durch dasOeffnender Staubgefäße frei werden. Diesem Umstände ist demnach auch die großeSchädlichkeit des abgesonderten Schleimes, der Ercremente, des Bluts rc.zuzuschreiben, welche bald in Fäulniß übergehen und Ammoniak entwickeln.Deswegen ist also die öftere Erneuerung des Wassers nothwendig, auch hatman einen Ansatz von vegetabilischer oder thierischer Kohle zu dem Wasser,als fäulnißwidriges Mittel, nützlich gefunden. Das Absterben trifft dannbisweilen den ganzen Vorrath; man hat daher bei dem starken Verbraucheder Blutegel in neueren Zeiten, und bei der Wichtigkeit derselben als Han-delswaare, große Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand gerichtet. Ku n z-mann (Hufeland's I. l826. März. S. 5 S.) bemerkt, daß der BedarfanBlutegeln in den letzten M Jahren so zugenommen habe, daß die Apothekervon Paris und London Menschen nach Deutschland schicken, um ihren Be-darf an Blutegeln, die sich bei ihnen nicht finden, dort einzukaufen. NachLondon gehen in einem Jahre 7,200,00» Stück über Hamburg und Stettin.Ein Fuhrmann, der durch Stettin ging, hatte auf einmal 4 ,800,000 Stückfür England in Fracht. Auch nach Amerika werden sie versendet. DerPreis ist er, gr°5 un Sommer für das Tausend 12 Thaler, im Winter3 » bis 45 Thaler, welchen Preis die Händler auch zahlen können, da nachBöhr's Angabe ein Blutegel in London 10 — 45 Silbergroschen kostet.Eine große Schwierigkeit, die den bedeutenden Gewinn schmälert, ist derTransport der Blutegel, die sehr oft während desselben sterben, so daß bis-