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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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540
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weilen die ganze Ladung verloren geht. Dieses kann nicht allein in derArt des Transports seinen Grund haben, sondern wird oft durch dieWitterung herbeigeführt. Tritt nämlich während des Transports eineanhaltend heiße Witterung ein, oder findet eine schnelle bedeutendeAbwechselung der Temperatur statt, so sterben die Blutegel. Daherwird auch in den Monaten Juli und August in Hamburg kein Blut-egel für England angenommen.

Anm Transporte der Blutegel bedienen sich Einige hölzerner Gefä-ße, gewöhnlich halbe Ankergefäße, die vorher mit kochendem Wasser reinausgelaugt seyn müssen, und in denen weder Tabak noch Salz oder dergl.gewesen seyn darf. In ein solches Gefäß werden 2 — 2000 Stück, diekleinen von den größern geschieden, trocken eingesetzt; nach Z 6 Stundenwird ihnen soviel Wasser gegeben, daß der vierte Theil des Gefäßes da-mit angefüllt ist, und so werden sie auf den Transport zu Wagen gege-ben. Wenn der Transport über 8 Tage dauert, so stirbt ein großerTheil, um so mehr, wenn wäh'rend desselben große Hitze oder ein Ge-witter eintritt. Andere bedienen sich reiner, jedoch ohne Seife gewasche-ner, lein»'er Säcke von der Größe, daß jeder z Mehen halten kann.In jeden solchen Sack stecken sie 2000 Blutegel, und transportiren siedurch Tragen, nicht zu Wagen, um die zu starke Erschütterung 'zu ver-meiden. Bei einem herannahenden Gewitter senke» sie die fest verbun-denen Säcke in einen Teich, Sumpf oder See, nicht aber in fließendesoder gar reißendes Wasser, und lassen sie so lange darin, bis das Gewit-ter vorüber ist. Ein gleiches thun sie, so oft sie selbst der Ruhe pflegen,«der es sonst für nöthig halten. Dieser Art des Transports, die a»lzweckmäßigsten scheint, bedienen sich besonders die aus Frankreich kommen-den Händler. Noch Andere versenden die Blutegel in feuchtes Moos gepackt,bei welchem Transport aber von 8 Stück wenigstens 5, sterben sollen.

Da hiernach die Blutegel ein so bedeutender Gegenstand des Handelsgeworden sind, so ist auch die Aufbewahrung derselben in großen Massennothwendig geworden, wozu denn auch vielfältige Anweisungen ertheiltssind.Dahin gehören die Abhandlungen von Häsn er (Buchn. Repert. XV. S.jtg.) und besonders v. O,. Aier (Buch,;. Repert. XVkI. 1. S. 1 .). Daserste Erfoderniß hierbei ist dieses, daß man nur gesunde und muntere Blut-egel zur Ueberwinterung bestimme. Den Schleim, welcher bald bei dengefangenen Blutegeln sich zeigt, sieht Aierals Folge einer Angst oder einesgereizten Austandes an, und in sofern als etwas dem gesunden AuslandeUnangemessenes, welches durch seine schnelle Fciulniß nur nachiheiliz auf dieGesundheit wirken kann. Noch schädlicher ist es, daß diejenigen Thiere,welche sich an den Füßen der Fischer festsaugten, gewöhnlich mit Heftigkeitabgerissen, und dadurch so bedeutend verletzt werden, daß sie früher oderspäter erkranken und stocken. Ein weiter Transport aus entfernten Gegen-den wirkt auch gewöhnlich sehr nachtheilig, besonders in der warmen Som-merszeit, wodurch sie schon so ermattet und krank ankommen, daß es nicht