566
8t. iFnstia
Früchte dieses Baumes, welche in ihrer Heimath als Universalarzneigegen alle Krankheiten gelten, wurden von den Jesuiten, dem Stifterihres Ordens zu Ehren, St. Jgnatius - Bohnen genannt.
Dieser ziemlich hohe Baum wächst auf den Philippinischen Inseln.Er tragt zahlreiche, lange, Walzenrunde, völlig glatte und rankige Ne-ste mit gegenüberstehenden, festsitzenden, eiförmig - zugespitzten, ganzran-digen, flachen und ganz glatten Blattern. Die Blüthen bilden in denBlattachseln kleine kurze Trauben, sind weiß, röhrig und verbreiteneinen angenehmen Jasmingeruch. Die Früchte haben die Größe einermittelmäßigen Birne, sind eiförmig glatt, ihre äußere Hülle ist tro-cken und zerbrechlich. In dem weichen bitterlichen Marke liegen 15 -so Saamen, die an der Luft stark zusammentrocknen. Dieses sind dieJgnazbohnen. So wie wir dieselben erhalten, sind sie fast i Zoll lang,etwas platt, auf der einen Seite erhaben, auf der andern vieleckig, vonaußen lichtbraun und wie mit Staube (der sich aber nicht abwischenläßt) bestreut, innerlich grünbräunlich und etwas glänzend, von fast Horn-artiger Härte, doch so, daß sie mit dem Messer durchschnitten werdenkönnen, von einem unangenehmen, einigermaßen moscbusartigen, jedochschwachen Gerüche, und äußerst bitterm, lange anhaltendem Geschmacke.
Pfaff (Syst. d. lVlLt. meck. II. S.98.) bemerkte bei derAnalpse einegroße Uebereinstimmung der Jgnazbohnen mit den Krähenaugen; diese istdurch die neuere Analyse der Herren Pelletier und Eaventou außerallen Zweifel gesetzt worden. Diese Chemiker (Sckw. I. XXV. S. zi». undXXVIII. S. Z2.; Gilbersss Annalen N. F. XXXIII. S. 266.; Berl.
^ Jahrb. 1820. S. 206. und Buchn. Repert. VII. 2. S. I6Z.) behandeltendie geraspelten Jgnazbohnen im papinianischen Topfe mit Schweftlätber,welcher ein fettes Oel von butterartiger Cvnsistenz und schwach grünlicherFarbe auszog. Im geschmolzenen Zustande war dieses Oel, welches fürrein gehalten wurde, durchscheinend und bewirkte unter Starrkrämpfen denTod der Thiere. Der Rückstand von dieser Behandlung wurde mit Alkoholausgezogen, welcher kochend filtrirt, eine geringe Menge wachsartiger Ma-terie absetzte, und durch Filtriren davon getrennt, und abgeraucht ein gclb-lichbraunes Ertract zurückließ, welches in Wasser aufgelöst eben so wie je-nes Oel giftig auf die Thiere wirkte. Die Verf. glaubten anfangs, daßdie giftige Wirkung einem kleinen Antheile Oel zuzuschreiben sey, und wirk-lich konnten sie noch etwas davon trennen, jedoch bedielt das Ertract nochimmer seine heftige Wirkung. Um die ertractartige Materie gänzlich vonder bittern zu trennen, wurde eine concentrirte Lösung derselben mit Aetz-kalilösung in Berührung gebracht: auf der Stelle entstand ein reichlicherBodensatz, welcher mit kaltem Wasser, worin er unauflöslich war, ausge-waschen, eine weiße, krystallinische, außerordentlich bittere Materie darstellte.Die alkalische Flüssigkeit enthielt alle färbende Materie und eine Säure.
Die krystallinische Materie stellte die durch Säuren gerötbeten blauen
Pflanzenfarben wieder her, und äußerte auf den thierischen Organismus