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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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572
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5?2 InälAO

wohnlich drei, in Südamerika höchstens zwei Ernten, weil die erste nichtfrüher, als 6 Monate nach dem Aussäen vorgenommen werden kann.

Die in der Blüthe stehende Pflanze wird mit Sicheln abgeschnitten,und schichtenweise in eine sehr große Butte, die Weichküpe genannt, ge-than; diese Butte wird zu Z damit angefüllt, und die Pflanzen mit Ge-wichten beschwert, damit sie nicht auf dem Wasser schwimmen, welchesman hernach darauf schüttet, so daß dasselbe ungefähr einen Fuß hoch dar-über steht. Man überläßt das Ganze der Gährung, wobei sich kvhlens.Gas und Wasserstoffgas entwickeln, bis man sieht, daß sich oben auf derFlüssigkeit ein regenbogenfarbiger Schaum bildet; dann zieht man dasWasser ab, und laßt es in die untergestellte Rührküpe laufen. Jetzt sollman indessen sowohl in Ost- als Westindien fast allgemein die Pflanzemit heißem Wasser ausziehen, weil man dadurch die Gährung erspart,auch in kürzerer Zeit mehr und schöneren Indigo erhält. In der Rührküpewird nun die Flüssigkeit 15 — 20 Minuten lang mit Krücken und Schau-feln in ziemlich heftige Bewegung gesetzt, bis sich ein blauer Satz abzu-scheiden anfängt. Wenn die anfangs gelbe, dann grünliche und trübeFlüssigkeit unter Aufsaugung von Sauerstvffgas blau wird und gerinnt,so setzt man etwas Kalkwasser zu,, welches die Abscheidung des Farbestof-fes dadurch sehr befördert, daß es eine Substanz niederschlägt, mit wel-cher die Kalkerde eine schwer lösliche Verbindung bildet, die sich bei ihrerCoagulirung in dem nengebildeten Farbestoff befestigt. Wird kein Kalk-wasser zugemischt, so wird die Flüssigkeit blaugrün, braucht längere Zeit,-um klar zu werden, und der Indigo geht leicht durch das Seihetuch, aberder so erhaltene ist dann viel reiner und schöner. Man läßt die Flüssigkeitruhig stehen, läßt das Wasser ab, wäscht den Niederschlag einmal aus, undbringt ihn zum Abtropfen auf Leinwand. Hierauf füllt man denselben mviereckige hölzerne Kistchen, welche einen Boden von ausgespannter Lein-wand haben, und trocknet ihn vollends, indem man diese viereckige Tafelnim Schatten aufhängt. Durch ein ganz ähnliches Verfahren (Heinrichin Gilbert's Annalen XOII. S. 528.) wird auch aus dem Waid der Indigoerhalten, es ist aber ein etwas größerer Zusatz von Kalkwasser erforderlich,und der Niederschlag muß nachher mit Salzsäure digerirt werden, um denuiedergefallenen Kalk wieder aufzulösen. Der Indigo wird meistens inOstindien aus derlufligokers und Xerium bereitet; der beste wird indessenin Amerika in der Gegend von Guatimala gewonnen, und man wendet da-selbst meist die l. argenkea an, doch hat man auch mehrere aus Ostindieneingeführte Species anzubauen angefangen. Die Menge des Indigos istbei derselben Species nach der verschiedenen Beschaffenheit des Bodens, nachverschieden günstiger Witterung, und besonders nach dem Klima verschie-den. Der Waid giebt z B. in Schweden kaum Spuren von Indigo.

Der Indigo, wie er im Handel vorkommt, ist eine trockene Substanz,von dunkelblauer Farbe,-welche jedoch vom Blauen bis in das Violette undKupfrigblaue übergeht. Er ist leicht zerbrechlich, hat einen gleichförmigen,