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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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571
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Lnäi'go

chen eiförmig und klein. Die Blüthen sind röthliche, tranbenförmige Schmet-terlingsblumen. Die Frucht besteht in langen, dünnen, geraden Hülsen.

Nicht diese Pflanze allein, sondern mehrere Pflanzen aus der Gat-tung Inckigolera (Berl. Jahrb. 1817. S. 18 .), als die in Amerika ein-heimische I. si-geniea, die silberweiße oder wilde Indigopflanze, welcheden schönsten Indigo, aber in geringer Menge liefert, die in Ostindieneinheimischen sichelförmige und zweisaamige Indigopflanze I. Lnil undI. (iizpermn ; ferner l. P5sullcninctoria, I. coerules ttoxfi. u. a. m.geben diesen bekannten Farbestoff. Derselbe findet sich aber nicht aus-schließlich in der Gattung Instigokera, sondern unter den Leguminosenauch in OaleZa, unter den Apocyneen in lVIsi-sckeni» tinctoris, -i!cls-PISL ringen! und dleriuni tincioi-i'uni ; unter den Cruciferen in I-Sii!tinoloria O. und orientslir w. ; unter den Pvlygoneen in ?ol^gonuintinciorium und cliinen!« u. s. w. Von den letzteren Pflanzen ist beson-ders Isati! linelnria , Färberwaid (8^!t. rexnal. LI. XV. Orst. 1 .nsiina 8il>culo!«. Orcl. nslursl. Lruciterse), während des von Napo-leon angeordneten Colvnialsystems, durch welches die Zuführung fremdenIndigos abgeschnitten wurde, zuerst in Frankreich, dann auch in Deutsch-land und andern Landern angepflanzt und auf Indigo benutzt worden Auchin Rußland ist seit i8to der Waidbau mit Glück versucht worden, und zwarin der Gegend von Moskau. Der dort bereitete Waidindigo soll dem schön-sten indischen Indigo nicht nachstehen. Die Indigopflanze soll aber zumalmehr Indigo geben, als ein gleiches Gewicht Waid. Bei allen genanntenPflanzen kommt aber viel auf Klima und Witterung an; Wärme undein gewisser Grad von Trockenheit äußern günstigen Einfluß.

Die Art, den Indigo aus den Indigopflanzen zu bereiten, und mitdemselben die Aeuche zu färben, scheint in Indien schon von sehr altenZeiten her bekannt zu seyn. Aber auch der vorzüglich in Thüringen wild-wachsende Waid ist in Deutschland schon beinahe seit iooo Jahren zumBlaufärben benutzt worden. Der ostindische Indigo wurde jedoch erst gegendas igte Jahrhundert in Europa bekannt, wo die Holländer anfingen, dieWichtigkeit dieses Farbestoffes bekannt zu machen. Dessenungeachtet kamder Indigo erst in der Mitte des folgenden Jahrhunderts in Gebrauch, woseine Vorzüglichkeit vor allen andern Farbeproducten allgemein anerkanntwurde. Die Indigopflanzen wurden nun in Meriko und Westindien mit sol-chem Erfolge angepflanzt, daß der ostindische Indigo in Vergessenheit gerieth.Seit einiger Zeit aber haben die Engländer den ostindischen Indigo wiederin Aufnahme gebracht, und versorgen jetzt damit fast ganz Europa.

Die Indigopflanze ist zwar zweijährig, sie geht aber gewöhnlich schonim ersten Jahre aus. Sie wird daher alle Jahre im Monat März gesaet;2 Monate später hält man die erste, 2 Monate darnach die zweite, undZuweilen noch in dem nämlichen Jahre die dritte und vierte Ernte, je nachder Verschiedenheit des Landes. Die erste Ernte ist aber die beste, und dieandern werden immer geringer. In Meriko und Westindien hält man ge-