532
loäum
2« der Pharmacie wird der Indigo nur zum Färben einiger Sel-ben und Oele, und znm Färben des Papiers gebraucht, zu letzterem Zweckewird die schwefelsaure Auflösung mit Kreide neutralisirt. Bedeutendwichtiger aber ist der Indigo für dieFärbekunst. Das Neublau ist Stärkeoder Kreide, die mir Indigoauflösung stark blau gesättigt und getrocknetworden. Aehnlich wird der Plattindigo, Inälgo in «sbulst, erhalten.
loäum 86U ioäins. Jod oder Jodine.
Ein chemisches Präparat aus der Asche verschiedener ArtenPuous I/lnn,, vorzüglich des I?. ssoodarinus.
Schwarze, glänzende, kleine Schuppen, spec. Gew. --- 4,S18,vom Gerüche der vkydirten Salzsäure oder des Chlors, im Feuereinen violetten Nauch ausgebend, in 7000 Theilen Wassers, welchessie zugleich gelbbraun färben, und in io Theilen Alkohol auflöslich.
Das Jod wurde im Jahre 1311 von Courtois, Sodafabricantenin Paris, entdeckt. Er fand es in der Mutterlauge bei der Sodaberei-tung aus derjenigen Art roher Soda, welche durch Einäscherung ver-schiedener Tangarten erhalten wird, und welche im Handel Kelp oderVarec genannt wird. Der Umstand, daß er seine Metallgefäße ange-fressen fand, ließ ihn nach der Ursache dieser Erscheinung forschen, undden neuen Stoff entdecken. Seine chemische Natur wurde von H. Da-vy (Schw. I. XI. S. 63., XIII. S. 112. und XVI. S. Z4Z.) unddann viel vollständiger von Gav-Luffac (Schw. I. XIII. S. M.und XIV. S. 35.; Gilbert's Annalen XI.IX. S. i. und 211.) dar-gethan. Man hat diesen Stoff vorzüglich als Bestandtheil einiger krv?-tvqamischm Seepflanzen, nämlich mehrerer Species von k'ucur undVIvs, einiger Seeconferven und des Badeschwammes gefunden, in wel-chen er, zum Theil wenigstens, als Jodnatrium, oder auch als hydriod-saures Kalt und Natron enthalten ist, welche schon vor dem Einäschern,vollständiger jedoch nach dem Einäschern der Pflanzen sich ausziehen lassen.Das Jod auch in dem Meerwaffer - nachzuweisen, hat lange Zeit nichtgelingen wollen, und da auch aus der Erde, welche den Meeresboden,den Standort dieser Pflanzen, bildet, kein Jod dargestellt werden konnte,so schien es sehr merkwürdig, daß das Jod sich in organischen Körpernbefinde, ohne in denjenigen zu seyn, von welchen jene zu ihrem Wachs-thums die Urstoffe nehmen. Doch hat später Balard durch sein weiterunten anzugebendes Verfahren das Jod nicht nur als Bestandtheil derMutterlaugen jener Salinen, welche ihr Salzwasser aus dem mittellän-dischen Meere erhalten, nachgewiesen, sondern es auch in Substanzenvorgefunden, in welchen es nachzuweisen Andere vergeblich bemüht waren,z. B. in verschiedenen Seethieren, Doris, Venusmuschel rc., in mehrerenPolypen und Seegewächsen, den Gvrgonien, der Lortera marin« u. s. n>>