Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
583
JPEG-Download
 

loömn

535

Fuchs hat ferner das Jod kn dem bei Hall in Tyrol brechenden Steinsalze,Charpenkier in den Seefalzgruben zu Ber, Meißner in der Salz-soole zu Halle, Liebig in der Svole zu Salzhausen, Krüger in derSalzsoole zuPulz in Mecklenburg, Angelini im Mineralwasser zu Ta-les in Piemont, Cantn in einem natürlichen Schwefelwaffer, Egidiin mehreren salinischen Mineralquellen, welche in der Gegend von Ascoliim Kirchenstaate in reicher Menge vorhanden sind, und zwar als hydriod-sauren Kalk in Verbindung mit salzsanrem Kalke, Vogel in der Heilquellezu Heilbrunn im baierischen Oberlande - Tucker in dem Mineralwasserzu Bvnnington, unweit Leitb, aufgefunden, ja in dem Wasser der Ferdi-nandsquelle des Marienbades hat Ber zelius eine Spur von Jod nach-gewiesen. Chevalier hat es in den Sepien entdeckt, und man vermuthetes auch als Bestandtheil mehrerer blau gefärbten Mollusken. Endlich istauch von Bau quelln das Jod im Mineralreiche, nämlich in einemmexikanischen Silbererze, welches an t8,5Proc. davon enthält, entdecktworden, wo es wahrscheinlich mit Silber verbunden als Silberiodid vor-handen war; später ist es auch in schlesischen kadmiumhaltigen Zinkerzengefunden worden. Ja, in lebendigen Thieren, nämlich in einem Jnfert, demäulur soetickiLrimur, soll Jod gefunden worden seyn. Der gelbe Saft diesesInlettes roch stark nach Jod, wieHvll berichtet, färbte die Haut stark gelb,und eine Stärkemeblauflösung, welche in ein mit diesem gelbem Saftebeschmutztes Glas gegossen wurde, nahm sogleich eine violette Farbe an.

Das Jod wird auf folgende Weise gewonnen: Nachdem man dielöslichen Theile im Kelp ausgelangt hat, scheidet man durch wiederholtesAbdunsten alle krystallisirbaren Salze aus. Die Mütterlauge, welche keineKrystalle mehr liefert, enthält nun Jodnatrium (hydriod- oder iodinewaffer-stoffsaures Natron) mit etwas Kochsalz, Glaubersalz, Natron rc. Manvermischt diese Flüssigkeit mit concentrirter Schwefelsäure, und kocht sie eineWeile in einem offenen Gefäße, wobei Schwefelwafferstoffgas und Salzsäureweggehen. Hierauf bringt man das Gemenge in ein Destillationsgefäß undvermischt es mit sehr fein gepulvertem Braunsteine. Dann wird es wiedererhitzt, wobei das Jodnalrium (oder hydriodsaure Natron) durch den Sau-erstoff des Braunsteins zersetzt wird,, dadurch, daß sich die metallische Basis,das Natrium, zu Natron orydirt (daß sich der Sauerstoff des Braunsteinsmit dem Wasserstoffe der Hydriodsaure des hydriodsauren Natrons zu Wasserverbindet), und das Natron sich mit der Schwefelsäure vereinigt, wodurchdas Jod frei wird. Bei dieser Temperatur verdampft es mit dem Wasser-gase, und erfüllt das Gefäß mit einem schönen violetten Gase, welches aufden kältern Theilen desselben in stahlgrauen, metallglänzenden Krystallenanschießt, die abgetrocknet und noch einmal sublimirt das reine Jod geben.Svubeiran (Geiger's Magazin XX. i8L7. S. 7i.) bemerkt, daß beider gewöhnlichen Gewinnungsmeise sich ein Theil Jod mit dem Chlor alsChlvriod verflüchtige, und schlägt vor, das Jod an Kupfer zu binden, undes aus diesem zu gewinnen. Sei» etwas zusammengesetztes Verfahren ist