Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
588
JPEG-Download
 

583 Ipeeaeuanlia

förmig - vielbeugig, die Ringe sehr schmal, etwas zugeschärst, selten sichschließend, meist nnr halb, nur durch die braune Rindensubstanz gebildet,während das fadenförmige Holzbündel in der Achse liegt. Der Stengelselbst unten verfolgend biegt sich mit dem einen Ende auf, oder treibt einenSeitenast in die Hohe, welcher dann gegen die Spitze 3-4 Blätterxaareträgt, gegenüberstehende, kurzgestielte, umgekehrt-eiförmige, anderBasis verschmälerte, zugespitzte, durch in 5 — 6 pfricmenförmige Apfelzerschlitzte Afterblätter verbundene Blätter. Die weißen Blumen sitzen ineinem gipfelstandigen, von einer vierblättrigen Hülle umgebenen Köpfchenzu 8 bis 12 zusammen. Die Frucht ist eine eiförmig-rundliche/ mitdem bleibenden Kelche gekrönte, anfangs rothe, nachher dunkel schwarz-blaue Beere, mit r weißlichen, auf der äußern Fläche gewölbten Saamen.

Diese Pflanze liefert die so häufig in Europa gebrauchte Ipecacuanha.Sie kommt häufig zwischen dem 8ten und Lüsten Grade südlicher Breite,seltener außerhalb dieser Breiten, sowohl gegen den Südpol als gegen denAequator hin, an schattigen, dichtbewachsenen und feuchten Plätzen vor.Die Indianer sind so emsig im Aufsuchen derselben, daß sie öfters mehrereMonate lang ihre Dörfer verlassen, und an den Orten, wo die Pflanzeim Ueberflusse wächst, als in den Thälern der Granitgebirge, welche sichvon den Provinzen Riv de Janeiro, Espiritu santo durch die ProvinzBahia hindurch in einer Kette, bald näher, bald ferner vom Meere ge-gen Pernambnco hinziehen, Hütten bauen, um die Wurzel zum künfti-gen Verkaufe zu sammeln. Sie reißen zu dem Ende die Sträucher ausder Erde, schneiden die Wurzeln Init dem Messer ab, waschen sie oder las-sen wohl auch die Erde noch daran hängen, und binden sie in Bündel vonverschiedener Gestalt und Größe, um sie an der Sonne zu trocknen. Siesammeln sie fast in jeder Jahreszeit, doch häufiger in den Monaten Ja-nuar, Februar und März, was, da später im April und Mai die Früchtezu reffen beginnen, der Fortpflanzung der Pflanze sehr viel Eintrag thut.

Die ächte Ipecacuanha kommt unter mancherlei Gestalten vor, dienur nach ihrem Alter und nach der Art, wie sie getrocknet werden,untereinander verschieden sind. Die gewöhnlichste in den Officinen ist dieipecscriÄnlia kuso» öder smvulsta brunsa. Dieses ist die ältere, etwasdickere Wurzel, welche deutlich knotig und geringelt ist, eine dickere,dunkel rothbraune, ja schwärzliche Oberhaut, eine härtere und HarzreichereRinde hat, als die lpscseusnk« annulats griroc>-rui>er>5. Die Ipeca-cuanks ßri5eo-»Ili» kommt bei uns höchst selten vor, und scheint »achMartins nur dadurch von den andern unterschieben zu seyn, daß sieschneller getrocknet und an einem feuchten Orte aufbewahrt wird.

Die weiße, die Feldbrechwurzel lpecacusnka branca), welche

bei den Brasilianern in besondern: Rufe steht, wird, wie Martins be-stimmt angiebt, theils von Arten der fl.icl>Ar<lsor>ia, namentlich von k. ro»-bra und emelics lVIai-l., theils von mehreren Arten-lonichu'»' namentlichvon I. IxeLaeuakksV««:., l, brevioaule lVIart, und I. urticaekoliumhfsrl.,